Der Untersuchungsbericht um die jahrelange Bereicherung bei Postauto belastete auch Post-Konzernchefin Susanne Ruoff. Vor rund einer Woche hat sie darum die Konsequenzen gezogen und ist von ihrem Amt zurückgetreten

«Die Integrität von Susanne Ruoff steht nicht zur Diskussion»

«Die Integrität von Susanne Ruoff steht nicht zur Diskussion»

Die Geschäftsleitung der Postauto AG wird im Zuge des Buchungsskandals per sofort freigestellt, auch Postchefin Susanne Ruoff trat zurück. Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller im Interview.

Eine einschlägige Aktennotiz im 200-seitigen Untersuchungsbericht zeigt nun: auch Interims-Chef Ulrich Hurni ist im Fall der Postauto-Affäre kein unbeschriebenes Blatt. Dies berichtet SRF am Mittwochmorgen.

Laut SRF wurden vier Varianten diskutiert, um die Gewinne bei Postauto vor dem Bundesamt für Verkehr (BAV) zu verstecken. Dies gehe aus einer Aktennotiz aus dem Jahr 2013 hervor, die an die Konzernleitung der Post ging. Dies schliesst auch Ulrich Hurni mit ein, der damals stellvertetender Konzernchef und Leiter der PostMail war.

Die Idee war es, den Personenverkehr mit anderen Bereichen der Post zu erweitern. Dies explizit, um dem BAV den Durchblick zu erschweren oder zu verunmöglichen. Trotz dieses Wissens ernannte Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller Hurni zum Chef ad interim, wie SRF weiter schreibt. Dies lasse die Vermutung zu, dass sonst schlicht niemand anderes zur Auswahl stand.

Keine persönliche Stellungnahme von Hurni

Auf Anfrage des SRF verweist die Post auf ihre Medienkonferenz vom letzten Montag. Dort sagte Schwaller: «Wir haben uns sehr sorgfältig mit der Frage auseinandergesetzt, wie weit die personellen Massnahmen reichen sollen. Das ist ein heikler Punkt. Daher hat der Verwaltungsrat ein differenziertes Vorgehen beschlossen. Er beendet der Zusammenarbeit mit Personen mit besonderer Verantwortung.»

Postauto-Geschäftsleitung freigestellt: «Erschreckend, dass die Kontrollmechanismen über Jahre versagt haben»

Postauto-Geschäftsleitung freigestellt: «Erschreckend, dass die Kontrollmechanismen über Jahre versagt haben»

Die Geschäftsleitung der Postauto AG wird im Zuge des Buchungsskandals per sofort freigestellt. Dies gab die Post am Montag bekannt.

Laut SRF meinte Schwaller damit wohl, dass er nicht die ganze Führungsetage absetzen könne. Also beschränkte er sich auf die Geschäftsleitung Postauto und die Leiterin der internen Revision. Susanne Ruoff hatte ihren Rücktritt bereits am Vorabend der Pressekonferenz bekannt gegeben.

Das SRF hat Hurni um eine persönliche Stellungnahme gebeten. Die Post verwies in ihrer Antwort allerdings lediglich auf die Medienkonferenz von letzter Woche. (luk)