Die emotionalen Diskussionen nach dem Tod zweier Delfine im November 2011 habe die Schweizer Parlamentarier in der vergangenen Frühjahrssession zu einem unüberlegten Entscheid verleitet. Das sagte Erich Brandenberger, Mediensprecher des "Connyland".

"Ein Importverbot käme in unserem Fall einem Halteverbot gleich", sagte Brandenberger. Eine tiergerechte Haltung der letzten drei Connyland-Delfine - einer Mutter mit ihren beiden männlichen Jungtieren - wäre nicht mehr möglich.

Wohin mit Delfinen?

Die Gruppe müsse getrennt werden, sobald das siebenjährige Männchen geschlechtsreif sei. Da die ursprünglich geplante Erweiterung der Gruppe durch ein Männchen aus dem europäischen Erhaltungszucht-Programm nicht zulässig wäre, wären die Mutter und ihr heute zehn Monate altes Delfinbaby allein.

"Das wäre für eine Spezies, die in hierarchischen Gruppen lebt, nicht artgerecht", sagte Brandenberger. Eine Schliessung des Delfinariums wäre die einzige Möglichkeit. "Doch wir wüssten nicht, wohin mit den Tieren". Es komme weder eine Auffangstation noch ein anderes Delfinarium in Frage.

Entscheid bekämpfen

Das "Connyland" werde den Entscheid des Parlaments, der in der nächsten Session gefällt wird, rechtlich überprüfen lassen und bekämpfen, sagte Brandenberger.

Ein Verbot der Delfinhaltung hätte die Schliessung von Schweizer Zoos zur Folge. Die Haltung anderer Wildtiere wie Elefanten, Löwen, Tiger, Menschenaffen oder Nashörner, müsste ebenfalls verboten werden, sagte der Mediensprecher.

Vergiftungs-Theorie

Die politische Diskussion zur Delfinhaltung werde vor dem Hintergrund des Todes von zwei "Connyland"-Delfinen im letzten November sehr emotional geführt. "Wir sind nach wie vor überzeugt, dass unsere Delfine vergiftet wurden und werden dies beweisen", sagte Brandenberger.

Dass die Tiere wegen Antibiotika im Hirn starben, glauben die Betreiber des einzigen Delfinariums der Schweiz nicht. Das "Connyland" habe bei Experten eine Untersuchung in Auftrag gegeben und werde die Öffentlichkeit in zwei bis drei Wochen über die wirkliche Todesursache informieren.

"Wenn wir beweisen, dass die Tiere vergiftet wurden, beeinflusst dies hoffentlich die öffentliche Diskussion", sagte Brandenberger.