Herr Schneider, sind Sie erleichtert, dass jetzt wieder Bewegung in den «Fall Würenlingen» kommt?

Arthur Schneider: Man ist immer froh, wenn sich etwas bewegt. Die Amtsstellen sind nicht immer die Schnellsten. Klar, sie brauchen Zeit zum Recherchieren. Aber hin und wieder muss man sie etwas «stupfen».

Sie bleiben also an der Sache dran?

Ich möchte den National- und Ständeräten für die nächste Session wieder etwas auf den Weg geben. Ich habe schon 2015 allen Parlamentariern ein Exemplar meines Buches geschickt. Das Echo darauf hat sich in Grenzen gehalten. Aber immerhin sind wir jetzt einen Schritt weiter.

Neue Erkenntnis zum Flugzeugabsturz Würenlingen

Neue Erkenntnis zum Flugzeugabsturz Würenlingen

Es ist das grösste Flugzeugunglück der Schweizer Geschichte: Das Attentat auf eine Swissair-Maschine, die 1970 im Würenlinger Wald abstürzte. Zwei Deutsche sollen in den Anschlag verwickelt sein.

Hatten Sie sich mehr Unterstützung erhofft?

Von den Aargauer Vertretern hätte ich teilweise mehr erwartet. Von den beiden Ständeräten habe ich zum Beispiel nie etwas gehört. Der Aargauer Regierungsrat und sowohl Bundesrat Burkhalter als auch der damalige Bundespräsident Schneider-Ammann haben mir geantwortet und sich der Sache angenommen. Das fand ich vorbildlich.

In der Folge wurde die Interparlamentarische Arbeitsgruppe «IDA 70» gegründet.

Die Arbeitsgruppe hat ihren Bericht im Frühjahr 2016 an die Geschäftsprüfung weitergeleitet. Dann geschah wieder monatelang nichts. Dank der Anfrage von Nationalrat Maximilian Reimann vom letzten Dezember und der Antwort des Bundesrates liegt der Fall jetzt wieder bei der Bundesanwaltschaft.

Was ist Ihre Hoffnung für den «Fall Würenlingen?»

Ich hoffe, dass der Fall jetzt richtig an die Hand genommen wird. Es ist für mich nicht einfach ein Freizeitjob. Es ist der Wunsch der Angehörigen, dass es endlich Antworten gibt. Für die Angehörigen ist der Fall nicht erledigt. Sie möchten wissen, ob die Mörder von damals bestraft wurden oder nicht. Und wenn nicht, warum nicht. Deshalb ist es auch richtig, dass der Fall nicht verjährt ist. Der Terroranschlag war kein Unfall, das war ein Kriegsverbrechen.

TV-Beitrag vom 27. Februar 1970: Das Drama von Würenlingen: Bombe an Bord von SR330

Flugzeugabsturz in Würenlingen: "Goodbye Everybody"

Flugzeugabsturz in Würenlingen: "Goodbye Everybody"

So verabschiedete sich der Pilot von den Passagieren. Vor 45 Jahren stürzte ein Swissair-Flugzeug über Würenlingen nach einer Bombenexplosion ab.