Der heute 28-jährige Aargauer Prostituiertenmörder Tobi B. hat vor dem Europäischen Gerichtshof (EGMR) einen Rechtsstreit gegen die Schweiz gewonnen. Laut dem Gericht in Strassburg war seine Unterbringung vom April 2014 bis April 2015 in der Sicherheitsabteilung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lenzburg illegal

Nun meldet sich die ehemalige Wohngemeinde von Tobi B., Rupperswil, zu Wort. Rupperswil musste insgesamt 700'000 Franken für den Dirnenmörder ausgeben. Damit wurden die therapeutischen Massnahmen des verurteilten Verbrechers finanziert. Nach dem Urteil aus Strassburg, wonach Tobi B. eine Genugtuungs- und Entschädigungszahlung von insgesamt 32'000 Euro (37'000 Franken) erhält, will der Rupperswiler Gemeindeammann Rudolf Hediger nun prüfen, ob es die Möglichkeit gibt, «vom Direktbetroffenen oder vom Kanton Aargau etwas zurückzubekommen», wie er gegenüber Tele M1 sagte. Hediger sieht sich in der Pflicht, zugunsten der Bevölkerung von Rupperswil «zumindest einen Teil zurückzubekommen».   

Ob Rupperswil eine Chance beziehungsweise das Recht auf eine solche Rückerstattung hat, ist unklar. Rechtsanwalt André Kuhn weist im TV-Beitrag darauf hin, dass gemäss Betreibungsrecht nicht jede Genugtuungszahlung pfändbar sei.