Jungparteien stehen in der Schweiz zumeist im Schatten ihrer Mutterparteien. Manchmal entsteht kurz Aufregung, zum Beispiel wenn Jusos Weihnachten abschaffen wollen. Aber solche Forderungen sind nicht mehrheitsfähig. So geht man rasch zur Tagesordnung über.

Ganz anders verhält es sich im Abstimmungskampf über das Geldspielgesetz. Die Abstimmung findet überhaupt nur statt, weil die Jungfreisinnigen und die Junge SVP das Referendum zustande gebracht haben. Eine grosse Leistung. Doch damit nicht genug. Jetzt fegen die Vertreter vieler Jungparteien die vermeintlich klaren Positionen ihrer Mutterparteien reihenweise vom Tisch. Im Aargau sind sie damit besonders erfolgreich. Einzig die Delegierten der CVP widerstanden hier dem Ansturm ihrer Jungpolitikerinnen und Jungpolitiker. Daneben sagt hier nur noch die EVP Ja zum Geldspielgesetz.

An den Parteitagen konnte man beobachten, wie viele Parteimitglieder vom engagierten und kompetenten, zuweilen gar begeisternden Auftreten der Jungen mindestens so beeindruckt waren wie von deren Argumenten selbst. Die Jungen wissen zudem, dass gute Argumente allein nicht reichen. So marschierten sie zahlreich auf. Und die Parteien kippten eine nach der anderen. Dies auch, weil sie den Jungen im Streit um Geldspiele im Internet und um Netzsperren mehr Sachkompetenz zutrauen. Denn diese sind mit dem Internet aufgewachsen. Losgelöst davon, wie das Volk entscheidet, zeigt das Geschehene: Die Parteien müssen sich um ihren Nachwuchs keine Sorgen machen.