Wie viele der rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem öffentlichen Verkehr angereist waren, blieb am Ende der Veranstaltung offen. Aber alle hörten aufmerksam zu, als die SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar vor dem Business Club Mittelland in Erlinsbach über neue Kundenbedürfnisse, die Digitalisierung und den Umgang mit neuen Konkurrenten sprach.

Monika Ribar steht momentan in der Kritik: Sie hatte bei ihrer Wahl zur SBB-Präsidentin nicht erwähnt, dass sie im Verwaltungsrat einer Offshore-Firma in Angola sitzt. Zwar hat sie das Mandat schon im letzten Jahr niedergelegt, aber in Politik und Medien wird momentan diskutiert, ob sie das Mandat absichtlich verheimlicht hat. «Es wundert mich, dass sie gekommen ist», sagte ein Teilnehmer vor ihrem Referat, «es kam auch schon vor, dass jemand in einer ähnlichen Situation den Auftritt absagte.»

Die Affäre kam im Rahmen ihres Referats nicht zur Sprache. Dagegen ging Ribar auf die Zukunft der Mobilität ein und wie die SBB mit dem Thema umgehen wollen. So ist sie etwa überzeugt, dass bald selbstfahrende Züge in der Schweiz unterwegs sein werden: «Auf diesem Weg sind wir». Gleichzeitig sei es klar, dass Lokführer mehr machen, als nur den Zug zu fahren. Es werde immer sinnvoll sein, dass jemand die Technologie der Züge überwache. Daher wird es auch in Zukunft Lokführer brauchen, sagte Ribar, «aber der Beruf wird sich weiter verändern.»

Inspiration für andere

Und was nahmen die Zuhörerinnen und Zuhörer mit aus dem Vortrag von Ribar? «Mich hat überrascht, dass die SBB offenbar viel weniger verkrustete Strukturen haben, als ich erwartet habe», sagte Marcel Urech, Geschäftsführer eines Aargauer Versicherungsbrokers. «Auch die SBB müssen schauen, dass sie fit bleiben und mit der Konkurrenz mithalten können.»

Teilnehmerin Marlies Widmer arbeitet in einer etwas anderen Branche: Sie coacht Menschen, die nach langer Arbeitslosigkeit wieder zurück in den Arbeitsmarkt wollen. «Ich konnte einiges für meinen Alltag mitnehmen», so Widmer, «zum Beispiel, dass es sich lohnt, nie aufzugeben und an sich zu arbeiten».