Drei Wagen eines von Deutschland her einfahrenden ICE sprangen kurz vor 17 Uhr aus den Schienen, drückten einen Signalmasten an eine Stromleitung und lösten so den Kurzschluss aus. Die SBB schaltete darauf sicherheitshalber alle 15'000-Volt-Fahrleitungen im Bahnhof aus und kontrollierte sämtliche Geleise auf Folgeschäden.

Weil das Malheur just beim Perronende geschah, konnten alle rund 500 Passagiere durch den vordersten Wagen direkt aufs Perron aussteigen und der Zug so sicher evakuiert werden. Verletzte sind dabei nicht angetroffen worden, wie Verantwortliche von SBB und Basler Polizei am Abend vor Ort sagten. Die Sanität war vorsichtshalber angerückt.

Die Verkehrspolizei untersucht die Entgleisung eines ICE beim Basler Bahnhof

Die Verkehrspolizei untersucht die Entgleisung eines ICE beim Basler Bahnhof

Die entgleisten Wagons des Zuges aus Hamburg touchierten ein Einfahrtsignal, das auf die Fahrleitung knickte. Aus diesem Grund war der Bahnhof SBB vorübergehend ohne Strom. Neben der Kantonspolizei Basel-Stadt standen Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Sanität der Rettung Basel-Stadt sowie der SBB im Einsatz.

Speisewagen im Schotter

Die Gründe für die Entgleisung sind unklar und werden untersucht; auch der Lokführer wird befragt. Beim Bahnhof werden normalerweise sämtliche Gleise und Weichen wöchentlich optisch überprüft, wie der Leiter Betrieb der SBB, Ruedi Büchi, am Unfallort erklärte. Nicht die Lok, sondern drei mittlere Waggons samt Speisewagen hat es erwischt.

Drei Wagen eines ICE bei der Einfahrt zum Basler Bahnhof aus den Schienen gesprungen

Drei Wagen eines ICE bei der Einfahrt zum Basler Bahnhof aus den Schienen gesprungen

Nach SBB-Angaben sind kurz vor 17 Uhr bei der Einfahrt eines deutschen Intercity Express-Zuges in den Bahnhof SBB drei Wagen aus den Schienen gesprungen. Der Grund ist noch unklar und wird untersucht. Gemäss Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vor Ort ist bei der Entgleisung niemand verletzt worden. Der Lokführer wird befragt.

Tausende Reisende und Pendler waren nach dem Unfall blockiert. SBB-Assistenten rieten zunächst Gestrandeten, das 14er-Tram nach Pratteln BL zu nehmen um dort in Fernzüge nach Rheinfelden-Zürich oder Olten zu nehmen. Allerdings war genau diese Tramlinie um diese Zeit gut genutzt durch Fussballfans, die ans Cupspiel FCB-Luzern fuhren. Der Fan-Zug aus Luzern war nicht betroffen; er hielt beim Stadion.

Um etwa 18.40 Uhr fuhren wieder erste S-Bahn-Züge der Linien S1 und S3 und später Extrazüge aus dem wichtigsten Basler Bahnhof nach Pratteln. Sie funktionierten so quasi als Shuttles zu den vor Basel haltenden Fernzügen. Diese S-Bahn-Züge verkehren am anderen Ende des Bahnhofs, wo die Perrons teils zu kurz sind für Fernverkehrszüge.

Ab Donnerstagmorgen wird wieder ein reduziertes Fernverkehrsangebot gefahren werden können, wie die SBB am Mittwochabend mitteilte. De Online-Fahrplan werde entsprechend angepasst. reisende müssten weiterhin mit verlängerten Reisezeiten rechnen.

Dauer der Störungen unklar

Wann genau der Bahnhofbetrieb wieder normal läuft, konnten die SBB-Verantwortlichen am Mittwochabend noch nicht sagen. Über Nacht werde der defekte Zug aufgeteilt, und es würden die fahrbaren Teile weggeschoben und die demolierten per Kran entfernt. Erst danach werde die Schwere der Schäden abschätzbar, sagte Büchi.

Ersetzt werden muss jedenfalls der gekippte Signalmast. Falls auch die beiden Weichen am Unfallort beschädigt sind, werde die Reparatur länger dauern - Bahnweichen werden auf Mass hergestellt. Büchi geht davon aus, dass am Donnerstag noch nicht alle Züge wieder regulär fahren können.

Dass es einen Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn (DB) traf, konkret den ICE 75 aus Hamburg, verzögert die Sache: Dafür musste erst passendes Bergungsmaterial aus dem Nachbarland angefordert werden.