Maja Sommerhalder

«Es handelt sich um einen Notfall. Es geht um das Image unserer Schule», sagt eine Mutter. Rund fünfzig Eltern und Einwohner sitzen in einem Klassenzimmer des Schulhauses. Schulleitung und Schulpflege haben sie zu einem «dringenden» Elternabend eingeladen, weil im nächsten Schuljahr Räume fehlen. Alle Eltern im Raum zeigen Verständnis für das Problem der Schule. Gewünscht wird mindestens ein zusätzlicher Unterrichtsraum in einem Pavillon auf dem Schulhausplatz. Der Gemeinderat will aber nicht investieren.

Am Elternabend wird klar: Die Eltern wollen für den Pavillon kämpfen und entschliessen sich, Unterschriften in der Bevölkerung zu sammeln. Diese wollen sie zusammen mit einem Brief noch diese Woche dem Gemeinderat abgeben. So will man ihn dazu bewegen, dass er die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung vom 15. Juni über einen Kredit für einen Pavillon abstimmen lässt. Zwingen kann man die Exekutive jedoch nicht.

Der Gemeinderat hat zehn Tage Zeit, um sich zu überlegen, ob das Anliegen der Schule und Eltern in die Traktandenliste der Gmeind aufnehmen will. «Sonst werde ich an der Gemeindeversammlung den Antrag für einen Pavillon stellen», so Patrik Marty, Birreter Schulpflegepräsident. Wie viel kostet ein Pavillon? «Darüber muss sich der Gemeinderat Gedanken machen. Wir haben erfahren, dass man einen Pavillon schon für 2000 Franken im Monat mieten kann.»

Gemeindeammann Kurt Huber ist der einzige Gemeinderat, der den Elternabend besucht. Er zeigt Verständnis für das Raumproblem und verspricht, sich im Gemeinderat dafür stark zu machen.

Unterricht im Luftschutzkeller

Nach den Sommerferien werden 43 Kinder die 1. bis 5. Klasse besuchen. «Das sind zehn Kinder mehr als heute. Das Bildungsdepartement hat uns deswegen neue Lektionen zugeteilt. Es ist unmöglich, den Schulalltag mit zwei Klassenzimmern und einem Mehrzweckraum zu bewältigen», so Schulleiter Stephen Nutter. Es mangelt vor allem an Räumen für das Textile Werken, das Werken und die Musikgrundschule. «Schon heute wird im Luftschutzraum der Schule Werkunterricht gegeben. «Dieser hat keine Fenster und ist für den Unterricht ungeeignet», so Patrik Marty.

Der Gemeinderat ist jedoch der Meinung, dass der bestehende Schulraum reicht. «Die Schule muss sich arrangieren», sagte Gemeinderätin Ursula Berger-Bolliger in der gestrigen AZ. Eine Investition in die Schule lohne sich nicht, da die Zukunft ungewiss sei: «Voraussichtlich werden in sechs Jahren nur noch 15 Kinder die Schule besuchen.» Marty meint hingegen, dass es schwierig sei, die Entwicklung der Schülerzahl vorauszusagen. Man muss jetzt etwas für die Kinder tun.»