Fast überall in Europa gibt es viel mehr Wohneigentümer als Mieter.

Mit Ausnahme der Schweiz, wo lange Zeit zwei Drittel der Bevölkerung in Mietwohnungen lebten.

Doch die historisch tiefen Hypozinsen beenden nun den Sonderfall Schweiz, wie die «Schweiz am Sonntag» gestützt auf neue Zahlen berichtet: Der Anteil der Mieter sank bis 2010 auf 55,8 Prozent, und gemäss Schätzungen nähert sich der aktuelle Wert der 50-Prozent-Marke.

Zwischen 2000 und 2010 wurden in der Schweiz 243 000 neue Eigentumsliegenschaften gebaut, jedoch nur 140 000 Mietobjekte.

Ein Ende der Eigentumswelle ist nicht absehbar. Denn zehnjährige Hypotheken sind bei Billiganbietern noch immer für gerade mal 1,8 Prozent erhältlich.

Vereinzelt sind Banken inzwischen aber zurückhaltender bei der Vergabe von Hypotheken. Die Raiffeisen-Gruppe hat laut «Schweiz am Sonntag» ihre Zinsempfehlungen im Vergleich zur Konkurrenz etwas angehoben.

Ein Grund dafür seien die neuen Eigenkapitalvorschriften für Hypothekarkredite, bestätigt die Bank auf Anfrage. Ein deutliches Anziehen der Zinsen ist aber weiterhin nicht absehbar. (sha)