Die Schweiz und 46 weitere Länder - darunter Albanien, Niger, Sudan, Australien, Palästina, Bahrain, Kolumbien und Irland - werden am Uno-Forum für nachhaltige Entwicklung (HLPF) ihre nationalen Bestandesaufnahmen vorstellen. Bundesrätin Leuthard wird dies für die Schweiz am 17. Juli tun, wie am Freitag Botschafter Michael Gerber vor den Medien in Bern erklärte.

Der Sonderbeauftragte für globale nachhaltige Entwicklung wird ab kommendem Montag bis zur Ankunft von Leuthard die Schweizer Delegation am Forum in New York leiten. In der ersten Konferenzwoche wird laut Gerber der Stand von sechs der insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) überprüft.

Massnahmen kommen später

Dazu zählen die Biodiversität (SDG 15) und die Finanzierungsbasis zur Erreichung der Ziele (SDG 17). Für die Schweiz gebe es gerade in diesen beiden Bereichen Handlungsbedarf, sagte Stephan Scheidegger vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE). Der Verlust der Artenvielfalt schreite voran und die Höhe der Gelder für Entwicklungshilfe stagniere.

Der vom Bundesrat vor fast drei Wochen verabschiedete Länderbericht erwähnte noch weitere Agenda-Ziele, wo die Schweiz handeln muss, etwa beim Ressourcenverbrauch von importierten Gütern. Dort ist der sogenannte Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz zu gross.

Was die Schweiz dagegen zu unternehmen gedenkt, wird in kommenden Schritten konkretisiert, wie ARE-Vize-Direktor Scheidegger erläuterte. Aus dem nun vorliegenden Länderbericht ergebe sich der Handlungsbedarf, der in die Strategie nachhaltige Entwicklung einfliesse. Dann komme die Phase der Umsetzung, die dann per Monitoring wieder überprüft werde. Und daraus ergebe sich in vier Jahren der nächste Länderbericht.

Frage der Perspektive

Diese Woche hatte die zivilgesellschaftliche Plattform Agenda 2030 Umfang und Schwerpunktsetzung des 24-seitigen Länderberichts des Bundesrats scharf kritisiert. Der Länderbericht sei halt keine Gesamtschau, sondern eine vom Bundesrat so gewollte Kurzform, reagierte Botschafter Gerber auf die Kritik.

Und wenn zum Beispiel der Armut in der Schweiz mit rund 615'000 Betroffenen nur einige Zeilen gewidmet werde, müsse gesehen werden, dass sich der Bericht an ein internationales Publikum richte. Da gelte es, Armutsprobleme in anderen Ländern mit der Armut in der Schweiz zu vergleichen.

Die Agenda 2030 ist seit Januar 2016 in Kraft. Sie ruft alle Uno-Mitgliedstaaten dazu auf, zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beizutragen, darunter der Kampf gegen Armut, Hunger und Klimawandel. Gemäss Zwischenbilanz des Bundesrates ist der Stand bei 85 überprüften Indikatoren in der Schweiz mehrheitlich positiv oder wenigstens nicht entscheidend verändert.