Mutmassliche FCZ-Fans bewerfen Sanitäter und Polizisten, die einem Schwerverletzten helfen wollen, mit Flaschen und Steinen. Was sich in der Nacht auf Sonntag mitten in der Stadt Zürich zugetragen hat, ist skandalös. Die Liste der Gewalttaten insbesondere gegen Polizisten ist mittlerweile bedrückend lang. Man kann von Glück reden, hat es bisher keine Toten gegeben.

Was tun? Die neue grüne Polizeivorsteherin Zürichs Karin Rykart sei gefordert, heisst es in den Kommentaren der Zürcher Zeitungen. Wohl wahr. Das
war indes auch ihr links-alternativer Amtsvorgänger Richard Wolff. Es wurden Kommissionen eingesetzt, es wurde geredet. Handfeste Resultate freilich gibt es bis dato nicht. Leider ist nicht zu erwarten, dass die neue Linke resoluter zupackt als der alte Linke.

Gewiss, dass Zürich wie keine andere Stadt in der Schweiz unter der Gewalt der Fussballchaoten leidet, hat nicht nur mit politischem Versagen zu tun. Die Ausgangslage ist auch heikler,
weil es dort zwei rivalisierende Super-League-Clubs gibt. Das Stakkato der Gewaltexzesse entzieht dem Fussball in Zürich allerdings insgesamt das Bisschen Rückhalt, den dieser Sport dort überhaupt noch geniesst. Es ist nicht anzunehmen, dass die Stadtzürcher grosse Lust verspüren werden, das von den Vereinen gewünschte Fussballstadion zu bewilligen. Ein harter Durchgriff läge damit im wohlverstandenen Interesse der Vereine selber. Sie hätten es mit in der Hand, ihre Fans auf Linie zu bringen. Nicht jedes Spiel muss schliesslich vor Zuschauern ausgetragen werden.