Walter Christen

Die 1000 neuen Einwohnerinnen und Einwohner, die Gemeinderat Thomas Stöckli im Gespräch mit der AZ erwähnte, wären sicher aus verschiedenen Gründen willkommen. Nicht zuletzt zur Stärkung der Finanzkraft, hat doch Frick als Zentrumsgemeinde des oberen Fricktals recht hohe Lasten zu tragen. Ausserdem könnte noch gut 200 Kinder in die Schule aufgenommen werden, um die Stellung von Frick als Oberstufen-Schulstandort zu festigen.

Aktivierung von Landreserven

Es ist niemand ein Prophet, der behauptet, dass Frick längerfristig mehr als nur 1000 Neuzuzüger begrüssen kann. Die Entwicklung geht weiter, vor allem auch wegen der verkehrsmässig sehr guten Lage Fricks. «Wir machen in der Gemeinde eine gesunde Entwicklung durch; es gibt keine Investitionen auf Halde. Was momentan leider fehlt, sind Mietwohnungen in genügender Zahl», so Gemeinderat Stöckli. «Aber wir hoffen auf eine baldige Verfügbarkeit von (Bau-)Landreserven, damit in dieser Wohnungssparte etwas getan werden kann. In der alten Planung hatten wir einen zu grossen Anteil Mischzonen, wo es keine Chance gab für Neues. Es war bisher schon das Problem der fehlenden Überbaubarkeit von Land, von grösseren, noch nicht erschlossenen beziehungsweise nicht definierten Parzellen.» So sei in den letzten Jahren das Manko an Mietwohnungen entstanden.

Es fehlt in Frick im Weiteren ein genügend grosses Angebot an Büroräumlichkeiten. Auch diesbezüglich besteht nach Angaben von Gemeinderat Stöckli ein gewisser Nachholbedarf.

Planung überarbeitet

Die Gemeinde hat inzwischen die Bau- und Nutzungsordnung überarbeitet, ebenso den Bauzonen- und Kulturlandplan. Bereits an einer öffentlichen Orientierung über die Planung, im Februar dieses Jahres, hatte Baugemeinderat Stöckli betont, dass mit einem Planungshorizont von 15 Jahren gerechnet werde. «Es erfolgt keine Planung ins Blaue hinaus geplant», stellte Gemeinderat Thomas Stöckli diesbezüglich fest. Mit dieser verkürzten Zeitspanne sei man näher bei den Leuten und könne die Planung in der Gemeinde auf einem aktuelleren Stand halten, was viele Vorteile mit sich bringe. «Nach den Sommerferien erfolgt die öffentliche Auflage der Planung, und vielleicht reicht es noch für die Beschlussfassung durch den Souverän an der Gemeindeversammlung vom 27. November, sonst halt an der Rechnungs-Gemeindeversammlung von 2010.»

Bauboom in Frick hält an

Das Interesse am Bauen ist in Frick nach wie vor da und ungebrochen. Man könnte fast von einem Bauboom sprechen. Das zeigt die Statistik der Bauverwaltung der letzten beiden Jahre (vgl. Bericht auf dieser Seite) denn auch deutlich auf. Es gibt noch grössere, zusammenhängende Landflächen, etwa im Gänsacker, dann im neuen Baugebiet Lammet, nördlich des Bahnhofs (die Umzonung von der Industrie- in die Wohnzone ist vorgenommen worden) und am Blaieweg bei Trivet, der Praxis für Gross- und Kleintiere.

Am Frickberg, in den Gebieten Zeindlematt und Schnäggeberg, ist bald alles eingezonte Land überbaut, sodass dort in absehbarer Zeit in Sachen Wohnungsbsau nichts mehr geht. Weiter in Richtung Hornussen kann kein Land mehr eingezont werden, weil die Autobahn zu nahe verläuft und damit der Lärmpegel zu hoch wäre.

Wie von Gemeinderat Stöckli weiter zu erfahren war, gibt es bei einer Parzelle bereits die Anfrage eines Bauwilligen, obwohl ihm das Land gar nicht gehört. «Es sind keine Spekulationsbauten geplant, und ich habe auch keine Kenntnis von Bauprojekten bei uns im Dorf, die letztlich an der Finanzierung gescheitert wären.»

Ein grosser Schritt vorwärts

Der Gemeinderat Frick hat also mit der ganzen Ortsplanung keine Hemmnisse geschaffen, welche sich auf die Bautätigkeit negativ ausgewirkt hätten. Mit der erwähnten neuen Planung geht es sogar wieder einen grossen Schritt vorwärts, denn es ist damit zu rechnen, dass in Zukunft noch mehr als die eingangs erwähnten 1000 Leute nach Frick ziehen werden.