EU-Politiker einigten sich gestern auf einen Deckel für Boni von Bankern. Sie sollen in der Regel nur so hoch sein wie das fixe Grundsalär. Stimmen die Aktionäre eines Geldhauses zu, dürfen die Boni das Zweifache des Basissalärs ausmachen. Die Boni-Diät muss noch vom EU-Parlament und den -Mitgliedsländer abgesegnet werden. Dann gilt er auch für Mitarbeiter von Schweizer Banken, die für deren Tochtergesellschaften im EU-Raum tätig sind.

Das ist der wohl härteste Vorstoss zur Begrenzung von Lohnexzessen in Europa. Einen Lohndeckel sieht Minders Abzocker-Initiative nicht vor. Dennoch sorgt die Debatte um das Volksbegehren mittlerweile zumindesten in ausländischen Medien für Aufsehen. Die voraussichtliche Annahme der Initiative werde in Deutschland genau registriert werden, sagt auch der deutsche Ex-Finanzminister Hans Eichel gegenüber der «Nordwestschweiz».

Einen solchen Entscheid würde man sich genau ansehen, sagt der Sozialdemokrat: «Er würde die Diskussion in Deutschland ein Stück weit beeinflussen.» Claudio Kuster vom Komitee für ein Ja zur Abzocker-Initiative bestätigt: «Ganz Europa sieht mit Sperberaugen zu, wie die Schweiz zur Vorreiterin in Sachen Aktionärsrecht, Löhne und gute Geschäftsführung wird.»