Gegenüber der „Schweiz am Sonntag“ zeigt sich Daniel Huber, Präsident der Radgenossenschaft, vorsichtig optimistisch: «Der Aktionsplan will die Anzahl der Plätze deutlich erhöhen. Zum ersten Mal legt der Bund fest, wie die Fahrenden in der Zonenplanung berücksichtig werden müssen», sagt er.

Eine Aufstockung sei dringend nötig; die Situation drohe, zu eskalieren. Bereits 2010 hatte die Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende einen Bedarf von 40 Stand- und 80 Durchgangsplätze ermittelt. Wie Geschäftsleiter Urs Glaus sagt, hat sich daran nichts geändert: «Diese Zielgrösse entspricht der gemeinsamen Politik mit dem Bund. Andere Zahlen im Aktionsplan festzuhalten, würde keinen Sinn machen», so Glaus.

Der „Schweiz am Sonntag“ liegt eine bislang unveröffentlichte Studie der Stiftung vor. Darin zählt die Stiftung insgesamt 15 Stand- und 31 Durchgangsplätze. Gegenüber dem früheren Bericht aus dem Jahr 2011 sind die Zahlen deutlich gesunken. Damals wies die Stiftung 14 Stand- und 43 Durchgangsplätze aus. Wie Urs Glaus sagt, enthalte die Liste erstmals «ausschliesslich benutzbare Plätze».

Neben den räumlichen Fragen tagte eine zweite Arbeitsgruppe zu Themen der Bildung und Kultur. Darin kristallisierte sich als wichtigste Forderung die umfassende Anerkennung der Jenischen, Sinti und Roma heraus.

Als «Fahrende» seien sie zwar als Minderheit anerkannt, über diese Fremdzuschreibung definieren sie sich aber nicht, sagt Venanz Nobel, Präsident des jenischen Vereins Schäft Qwant: «Der Begriff ist wie ein Suppentopf, wo völlig unterschiedliche Kulturen vermengt werden», sagt er.