Die Forderung ist nicht neu: Bereits im Februar 2014 hatten verschiedene Umweltverbände zusammen mit der SP und den Grünen vor einer sogenannten "Carbon Bubble" gewarnt, durch die die Vorsorgegelder gefährdet werden könnten. Auf Investitionen in fossile Energieträger solle fortan verzichtet werden.

Schon damals richtete sich der Appell auch an die Publica. Sie investiert nach neusten Angaben rund 800 Millionen Franken in Unternehmen, die im fossilen Sektor tätig sind. Das entspricht rund 2 Prozent der Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Franken.

Zu hohe Risiken

Nun zeigen auch zahlreiche Wissenschaftler Haltung. Sie fordern in einem Brief, dass die Publica sämtliche Investitionen in klimaschädliche Unternehmen beenden soll. Das Schreiben, über dessen Inhalt die Tamedia-Titel am Dienstag berichteten und das der Agentur Keystone-SDA vorliegt, datiert vom 15. Juni 2018 und ist an Publica-Direktor Dieter Stohler adressiert.

Für die Fachleute ist klar: Die Investitionen im fossilen Sektor stellen nicht nur ein grosses ökologisches Risiko dar, sondern auch ein "erhebliches finanzielles". Ein Rückzug solcher Anlagen sei daher mehr als angezeigt.

Publica nicht untätig

Ob die Publica der Forderung nachkommen wird, ist noch unklar. Patrick Uelfeti, stellvertretender Leiter Asset-Management, verweist auf Anfrage von Keystone-SDA auf laufende Arbeiten der Kassenkommission, dem höchsten Organ der Publica, das unter anderem die Grundsätze der Risikopolitik definiert.

Klar sei, dass das Thema Risikoanalyse der Publica durchaus wichtig sei. 2016 habe die Pensionskasse des Bundes beispielsweise alle Kohleproduzenten aus ihrem Portefeuille verbannt. Aktuell würden die Stromunternehmen, in welche investiert wird, auf deren Klimaverträglichkeit hin überprüft.

Eine offizielle Antwort auf das Schreiben der Wissenschaftler stellt die Publica für den kommenden Herbst in Aussicht.