Im ersten Halbjahr 2012 stiegen Syphiliserkrankungen um 10 Prozent auf 589 Fälle an. Bei Gonorrhoe - umgangssprachlich Tripper genannt - erkrankten mit 733 Personen ebenfalls mehr Personen als im selben Zeitraum 2011. Besonders viele fingen sich zudem Chlamydien ein (4285 Neuansteckungen). Die Krankheit kann bei Frauen und Männern zu Unfruchtbarkeit führen.

Seit Jahren steigt in der Schweiz das Risiko, sich mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren. So gab es bereits 2010 und 2011 traurige Rekorde. Das BAG startete deshalb im März 2011 die Kampagne «Juckt's? Dann bitte zum Arzt». Damit sollte die andauernde Ausbreitung gebremst werden - das gelang bisher offenbar nicht. Nun sind neue TV-Spots geplant, die voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt werden.

Nun steht Europa vor einer neuen Syphilis-Welle. In Deutschland gibt es so viele Erkrankte wie seit 25 Jahren nicht mehr. «Das ist besorgniserregend», sagt Viviane Bremer, Expertin für Geschlechtskrankheiten am Robert-Koch-Institut in Berlin. Die Erfahrung zeige, dass eine solche Erkrankungswelle oft mehrere Länder gleichzeitig erfasse. Neben Deutschland steigen die Neuansteckungen nun ebenfalls in Schweden und Grossbritannien.