Ein strahlendes Lächeln ist die Antwort von Josiane auf die Frage, ob sie glücklich über die von der Stiftung finanzierte Renovation ihres Hauses sei. Sehr, sehr glücklich sei sie darüber, sagt die fünffache Mutter. Es regne nicht mehr durchs Dach und sie müsse auch nicht mehr befürchten, dass die Mauern bei starkem Regen plötzlich zusammenfallen würden.

Strahlenden und dankbaren Menschen durften wir wiederum vielen begegnen auf unserer Reise in Ruanda. Sei es glücklichen Besitzern einer Ziege oder Kuh; Schülern, die dank der Übernahme des Schulgeldes die Schule besuchen dürfen; oder Kindern, die dank der Hilfe aus der Schweiz regelmässig ein Mittagessen erhalten und von den Mamans Volontaires betreut werden. Und überall kam auch immer die Bitte, ihren Dank den «Swissis», den unbekannten Schweizer Spendern weiterzugeben.

Wie Josiane ihre Kinder besser ernähren kann

Schön ist es auch zu sehen, wenn die Hilfe aus der Schweiz nicht einfach nur dankbar entgegengenommen wird, sondern die Menschen motiviert, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden. So wie Josiane, die nicht nur Hilfe bei der Renovation ihres Hauses erhalten hat, sondern auch angeleitet wurde, wie sie ihr kleines Stück Land besser bebaut und somit ihre Kinder besser ernähren und einen Teil des Gemüses auf dem Markt verkaufen kann. Ihr sei geholfen worden und sie wolle nun selber auch helfen und kümmere sich um zwei verwahrloste Kinder aus der Nachbarschaft, erzählt sie stolz.

Hilfe zur Selbsthilfe, das ist es, was die Stiftung bei all ihren Aktivitäten anstrebt. Es ist auch der einzige Weg, damit die Hilfe nachhaltig und somit auch langfristig etwas bewirkt. Erst wenn die Betroffenen sehen, dass sie selber etwas bewerkstelligen und ändern können und nicht einfach nur ihrem Schicksal ausgeliefert sind, gibt es echte Veränderungen. Dies ist vor allem bei Frauen eindrucksvoll zu sehen, wenn sie zum Beispiel mit einem Kleinkredit aktiv werden und sich eine eigene Existenz aufbauen. Ihr neues Selbstvertrauen sorgt zwar manchmal in den Familien – insbesondere im Verhältnis zu den Ehemännern – für gewisse Spannungen. Aber es zeigt vor allem auch den Kindern ein neues Rollenbild und dass Veränderung möglich ist.

Die freiwilligen Mütter

Unser Projekt mit den Mamans Volontaires, den freiwilligen Müttern, konnten wir noch einmal stark ausbauen, sodass ab nächstem Jahr an fünf Stützpunkten rund 400 Kinder in den Genuss von drei Mahlzeiten pro Woche kommen und von den Mamans Volontaires betreut werden. Diese arbeiten freiwillig und erhalten einzig einen kleinen Zustupf für ihre Spesen. Sie organisieren selber, wer an welchem Tag bei der Zubereitung und der Verteilung des Mittagessens und wer für die einzelnen Kinder zuständig ist. Die Stimmung bei den Mittagessen ist gut und gelöst. Gleichzeitig herrscht aber auch eine klare Ordnung.

Da es in Ruanda zu wenig Schulhäuser gibt, wird zweischichtig unterrichtet: Eine Hälfte der Kinder hat vormittags Unterricht, die andere Hälfte am Nachmittag. Somit werden zuerst jene Kinder verköstigt, die den Nachmittagsunterricht besuchen. Nach dem Essen machen sie sich auf den Schulweg. Dann wird abgeräumt und abgewaschen, damit alles für die Kinder bereit steht, die vom morgendlichen Unterricht zurückkehren. Dass unser Projekt auch von den lokalen Behörden geschätzt wird, zeigt sich daran, dass die Häuser, in denen die Kantinen untergebracht sind, von den Behörden zur Verfügung gestellt werden. Bereits haben weitere Bezirke ihr Interesse angemeldet, damit auch bei ihnen ein weiterer Stützpunkt für Waisen und verwahrloste Kinder aufgebaut wird.

Kinder wieder integrieren

Auch das Problem der Strassenkinder möchte man in Zukunft vermehrt mit dem Einsatz der Mamans Volontaires lösen. Bei den Strassenkindern, die vom Bureau Social betreut werden, handelt es sich um Kinder zwischen 8 und 15 Jahren. Sie sind aus Hunger oder wegen familiärer Probleme von zu Hause weggelaufen. Man versucht, diese Kinder wieder in ihren Familien zu integrieren, was aber schwierig ist, wenn nicht jemand vor Ort die weitere Begleitung des Kindes und der Familie übernimmt. Auch hier könnten die Mamans Volontaires in Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen.

Die Absolventen der von der Stiftung finanzierten beruflichen Ausbildung haben gute Chancen, trotz einer an unseren Massstäben gemessen bescheidenen Grundausbildung auf eigenen Füssen stehen zu können; sei es, dass sie eine Stelle finden, sei es, dass sie sich als Einmannbetrieb selbstständig machen können. Positiv ist auch, dass sämtliche Pulte und Bänke für die neuen Schulhäuser in der mit Occasionsmaschinen aus der Schweiz ausgestatteten Schreinerei gefertigt wurden. Als nächstes Projekt soll eine zweckmässig ausgestattete Garage die Ausbildung von Lehrlingen für einfache Reparatur- und Servicearbeiten an Fahrzeugen ermöglichen.

Bei den Viehverteilungen wurde neu ein Versuch unternommen, vermehrt Schweine zu verteilen, da diese relativ schnell durch den Verkauf von Jungtieren Ertrag abwerfen. Dasselbe gilt auch für Hühner und Kaninchen. Die ersten Resultate sind positiv, sodass wir prüfen werden, neben Kühen und Ziegen in Zukunft vermehrt Schweine und Kleinvieh zu verteilen. Besonders wertvoll ist nach wie vor die Abgabe von Kühen, welche nicht nur wegen der Milch, sondern auch wegen des für die Gartendüngung begehrten Mists äusserst hilfreich sind.

Mehr Licht!

Auch alle übrigen Aktivitäten der Stiftung laufen im gewohnten Rahmen oder es ist sogar ein Ausbau geplant. Ein Ausbau ist insbesondere für das Projekt der Abgabe von Solarlampen an Schüler vorgesehen, da die ersten Erfolge sehr ermutigend sind. Die Lehrer haben bestätigt, dass man bei Kindern, die eine Solarlampe erhalten haben, deutliche Fortschritte feststellt, weil sie am Abend dank der Lampen lernen können. Auch haben sich viele Eltern gemeldet, die ebenfalls eine Lampe möchten, um am Abend Körbe flechten und andere Handwerksarbeiten ausführen zu können.

Projekte, die weiterlaufen, sind die Vergabe von Kleinkrediten, die Unterstützung der lokalen Maternité (Geburtsabteilung) sowie die Versorgung von Spitalpatienten, die keine Angehörigen haben, mit Mahlzeiten. Sämtliche von der Stiftung unterstützten Projekte bewirken mit relativ bescheidenen Mitteln, dass Tausenden von Menschen auf unterschiedliche Weise zu einem besseren und selbstständigeren Leben verholfen werden kann. Die Dankbarkeit an die fernen «Swissis» ist gross und wir hoffen deshalb sehr, dass wir auch dieses Jahr auf die Solidarität und Hilfe der Leserinnen und Leser der AZ Medien zählen dürfen. Dazu bereits im Voraus ein ganz herzliches MURAKOZE – DANKE.

Stand:

702'100 Franken

SO KÖNNEN SIE SPENDEN
So können Sie bis zum 12. Dezember spenden:

  • Waisenhilfe: Betreuung eines Kindes in einem Waisenhaushalt 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Schulgeld: Schulbesuch eines Kindes 150 Franken für ein Jahr, 75 Franken für ein halbes Jahr.
  • Vieh: Milchgeiss 80 Franken, Schwein 50 Franken, Kuh 600 Franken (auch ein Anteilbetrag ist möglich).
  • Institutionen des Hilfswerkes: Beliebiger Betrag für Betreuung Strassenkinder, Kinderheim, Lehrwerkstätten, Mütterstation, Spitalpatienten, Kleinkredite, Nothilfe u.a.m.

Spenden können Sie wie folgt:

  • Telefon: 058 200 50 25 (werktags 08.00-12.00 und 13.30-17.00 Uhr)
  • E-Mail: ruanda@azmedien.ch
  • Direktüberweisungen sind wie folgt möglich:
  • Raiffeisenbank Wasserschloss, 5412 Gebenstorf
  • Konto/IBAN: CH42 8069 0000 0022 2228 0
  • Clearing-Nr. 80690
  • Post-Konto der Bank: 50-4158-4
  • Vermerk: Stiftung Margrit Fuchs Ruanda
  • Auch bei Direktüberweisung bitte Spende der Spendenzentrale melden, damit die Bestellungen detailliert nach Ruanda übermittelt werden können.

Nach Bestellungseingang schickt das OK den Spenderinnen und Spendern einen Einzahlungsschein zu. Die Spenden sind bei den Steuern abzugsberechtigt. Das OK dieser Sammelaktion und der Stiftungsrat des Hilfswerkes verschicken aus finanziellen und administrativen Gründen keine Spendenbestätigung; bitte dem Steuerformular den Beleg der Post- oder Banküberweisung beilegen.

Jeder Franken fliesst nach Ruanda


Da in der Schweiz keine Kosten für Administration und Organisation anfallen, kommt jede Spende vollumfänglich den Bedürftigen in Ruanda zugute. Der Bund hat die Aufsicht über das Hilfswerk und die Stiftung inne.
  • Herzlichen Dank!

Hilfswerk-Infos: www.ruanda.ch
Geleitworte

Geleitworte zur Jubiläums-Sammelaktion 2013

Bundesrätin Doris Leuthard

Nicht die Summe des Vermögens oder die Zahl der Titel messen den Wert eines Menschen – es sind seine Taten. Margit Fuchs war ein solch wertvoller Mensch; mutig, hilfsbereit, engagiert. Und all jene tun Wertvolles, die für ihr Hilfswerk direkt in Ruanda oder mit ihrem Beitrag aus der Schweiz zu Gunsten der Mittellosen mit anpacken. Getreu nach einem der Leitsätze von Margrit Fuchs – „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 20) – können auch wir Gutes tun, damit für die Menschen in Ruanda Gutes getan werden kann.

Micheline Calmy-Rey, alt Bundesrätin

Ich habe Margrit Fuchs zuerst im Bundeshaus in Bern kennengelernt, dann habe ich sie erneut getroffen, als ich 2007 auf einem offiziellem Besuch in Ruanda war. Ich bewunderte diese Frau, die sich für elternlose Kinder engagierte. Sie ermöglichte den Bau von Schulen und Geburtshäusern, sie hat Waisenhäuser erichtet. Ihr ganzes Leben hat sie Ruanda und seinen Kindern gewidmet. Waisenmutter war sie, was für ein Ehrenname! Heute wird ihr Werk weitergeführt und braucht ihre Spende!

Peter Wanner, Verleger

Margrit Fuchs hat Grossartiges geleistet und ich freue mich, dass Ihr Projekt auf professioneller Basis erfolgreich weitergeführt wird. Bei Spendenaktionen zugunsten von Projekten der Entwicklungshilfe frage ich mich immer: Kommt das Geld hoffentlich in die rechten Hände? Bei der Ruanda-Sammelaktion muss ich mich nicht fragen, denn da habe ich das Vertrauen, dass die wirklich Bedürftigen davon profitieren. Die Aargauer Zeitung und früher das Badener Tagblatt haben von Anfang an dieses Projekt tatkräftig unterstützt – dank der Solidarität ihrer Leserinnen und Leser. Seit Jahren beteiligen sich inzwischen auch die Limmattaler Zeitung, Solothurner Zeitung, das Grenchner Tagblatt, die bz Basel und bz Basellandschaftliche Zeitung mit ihrer Leserschaft an der Weihnachtssammlung und ermöglichen damit zusätzliche Hilfeleistungen in einem der ärmsten Länder.

Alphonse Muinyenntwari, Gouverneur Südprovinz Ruanda

Anlässlich des Besuchs der Stiftungsratspräsidentin Regula Gloor im Oktober in Ruanda fand ein Treffen mit dem Gouverneur der Südprovinz, Alphonse Munyenntwari, statt. Die Südprovinz umfasst eine Bevölkerung von rund 2 Millionen und besteht aus acht Distrikten, darunter Gitarama. Der Gouverneur äusserste dabei seine hohe Anerkennung für die vielfältigen Aktivitäten des Hilfswerkes. Da die Armutsbekämpfung ein wichtiges Ziel der Regierung ist, trage das Hilfswerk wesentlich dazu bei, diese Ziele in seiner Provinz schneller und besser umzusetzen, so durch den Bau neuer Schulhäuser, die Unterstützung der Schüler und Studierenden mit Schulgeldern sowie die Verteilung von Vieh an die arme Bevölkerung. „Für diese Hilfe bin ich der Stiftung und somit den Spendern in der Schweiz äusserst dankbar. Ich hoffe sehr, dass diese Aktivitäten auch in Zukunft fortgesetzt werden, denn sie sind für die arme Bevölkerung von sehr grosser Wichtigkeit.“

Kurzinformationen

Betreuung Waisenkinder

In der Provinz Muhanga/Gitarama, wo das Hilfswerk schwergewichtig tätig ist, leben Tausende von Waisenkindern in sogenannten Waisenhaushalten. Das älteste Geschwister sorgt für die jüngern, Hilfe oder Betreuung von aussen gibt es kaum. Das Hilfswerk Margrit Fuchs betreut heute 150 Waisenhaushalte, gibt den Kindern dreimal pro Woche eine Mahlzeit ab, sorgt für Kleidung, Schulgeld und Krankenkasse und betreut sie regelmässig durch eine erwachsene Person. 2014 sollen weitere Waisenhaushalte einbezogen werden.

Betreuung Strassenkinder

Gross ist die Zahl jener Kinder, die auf der Strasse leben. Sie sind zuhause ausgezogen, weil sie armutsbedingt nichts zu essen bekamen oder die Familienverhältnisse unerfreulich sind. Das Hilfswerk kann einen Teil von ihnen im eigenen Heim aufnehmen und versucht dann, sie in ihre Familien zurückzuführen, indem diese Unterstützung erhalten: mit Lebensmitteln und einer Viehspende. Auch versucht man, bestehende Konflikte zwischen Eltern und Kind zu lösen. Die wieder integrierten Kinder werden weiterhin betreut.

Begehrte Schulgelder

Aufgrund der grossen Armut sind viele Eltern nicht in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen und z.B. die vorgeschriebene Schuluniform und das Schulmaterial zu bezahlen. Deshalb müssen sie der Schule fernbleiben. Das Hilfswerk übernimmt derzeit für 900 Kinder das Schulgeld bis zu ihrem Schulaustritt – auch beim Besuch einer Sekundarschule oder einer höheren Schule. 2014 können weitere Kinder von Schulgeldzahlungen profitieren. 2013 hat das Hilfswerk sodann ein neues Schulhaus erbaut, 2014 ist ein weiteres geplant, um zusätzlichen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

Viehspenden als grosse Hilfe

Auch bei der diesjährigen Weihnachtsaktion können Spenderinnen und Spender einer notleidenden Familie Vieh spenden: eine Milchgeiss, ein Schwein oder eine Kuh. Das Vieh ist für die Familien ein riesiges Geschenk und eine Hilfe zur Selbsthilfe und zum Überleben. Der Staat schreibt neu vor, dass die bisher gehaltenen Kühe durch eine leistungsfähigere Rasse, die täglich um die 5-8 Liter Milch spendet, ersetzt werden müssen. Deshalb verdoppelt sich der Kaufpreis auf 600 Franken. Die „neuen“ Kühe liefern aber auch mehr Mist, der für das Düngen der Gärten und Felder sehr wertvoll ist.

Lehrlingsausbildung, Mütterstation und...

Die Aktivitäten des Hilfswerkes Margrit Fuchs sind sehr weitreichend. So können Jugendliche in Hilfswerk-eigenen Werkstätten eine Lehre absolvieren (Schreinerei, Mechanische Werkstatt, Schneiderei, Haushaltschule). Unterstützt wird sodann ein Geburtshaus, in dem Mütter in guter Obhut ihr Kind zur Welt bringen können. Mit Kleinkrediten wird Männern wie Frauen ermöglicht, einen eigenen kleinen Betrieb oder ein Geschäft aufzubauen und damit den eigenen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Mittellosen Spitalpatienten werden die Kosten bezahlt.
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