Gemäss einem internen Mail, das der "Blick" heute publiziert hat, wusste Ruoff bereits im Sommer 2013 von den finanziellen Tricksereien bei der Tochtergesellschaft Postauto AG. Das Papier hält weiter fest, dass der Verwaltungsrat damals befand, es bestehe «kein Handlungsbedarf».

Zuviel für den Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. Auf Anfrage sagt er: „Für mich ist völlig klar, dass Susanne Ruoff suspendiert wird und eine grosse Untersuchung durch eine externe Stelle stattfinden muss." Die Recherchen des „Blick“ würden zeigen, dass Ruoff gelogen habe. "Zudem erwarte ich, dass endlich Bundesrätin Doris Leuthard und Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller aus der Deckung kommen und sich zum Fall äussern. Es geht um viel, die Kantone sind sehr wütend.“

Mittlerweile fordern diverse Politiker den Rücktritt von Post-Chefin Ruoff. Der Aargauer FDP-Nationalrat Thierry Burkart sagt: "Wusste Ruoff tatsächlich davon, ist sie mindestens Mittäterin beim Betrug am Steuerzahler. Und dann müsste sie als Postchefin zurücktreten.“ Und er ergänzt: „Sie muss sich so schnell wie möglich erklären.“ Am nächsten Montag in der Kommission habe sie Gelegenheit dazu. „Danach wissen wir mehr.“

Der Chef des Bundesamts für Verkehr, Peter Füglistaler, sprach am Donnerstag anlässlich einer Medienkonferenz von "einer sehr aktiven Täuschung" im Falle der Postauto AG. Für Aussenstehende sei es sehr schwierig gewesen, in die Tiefe der Buchhaltung zu schauen."

Anfang Woche wurde bekannt, dass die Postauto Schweiz AG zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hat. Schadensumme: rund 78 Millionen Franken. Der Postauto-Direktor Daniel Landolf musste gehen, ebenso der Finanzchef. (NCH/dk)

Update folgt.

«Wir bezahlen das Geld zurück»: Das sagte Post-Chefin Ruoff am 6. Februar 2018.

Post-Chefin Ruoff: «Wir bezahlen das Geld zurück»

(6.2.18)