Drei Schweizer Rekruten posieren für ein Foto. Ein Fremdkörper fällt dabei sofort auf - das Emblem an ihrem rechten Arm, das sie stolz in die Kamera zeigen. Auf dem Armeebadge ist je zur Hälfte das albanische Wappen und das Porträt von Skanderbeg, dem albanischen Nationalhelden, abgebildet. Darüber steht geschrieben: «Zug Shipi».

Bilder kursieren auf Facebook

Die Bilder der drei Rekruten vom «Zug Shipi» kursieren seit einigen Tagen auf Facebook. Zur Freude der Community der Schweiz-Kosovaren, zum Ärger der Armeeführung. Diese hat seit Dienstagabend Kenntnis von den Fotos, nachdem die Zeitung «20 Minuten» den Mediendienst auf die Fotos aufmerksam gemacht hat.

Die involvierten Rekruten werden nun wegen Verstoss gegen die Dienstvorschriften befragt und vom zuständigen Schulkommandanten entsprechend diszipliniert, wie Armeesprecher Daniel Reist auf Anfrage der «Nordwestschweiz» mitteilt. Grundsätzlich hat die Schweizer Armee zwar nichts dagegen, wenn eigene Badges gebastelt werden. Einer zeigt beispielsweise das Kantonswappen von Uri. Geduldet wird dies aber nur solange, wie kein Verstoss gegen die Kleidervorschriften vorliegt. Sprich: Der Badge nicht an die Uniform geheftet wird.

Im Fall der Rekruten des «Zug Shipi» werde die Strafe wohl nicht allzu hoch ausfallen, sagt Reist. «Es handelt sich hier um einen leichten Fall.» So droht den Rekruten beispielsweise eine tiefe Busse.

Foto mit albanischer Flagge

Es ist nicht das erste Mal, das ein Foto von Schweizer Soldaten für Aufregung sorgt. Mitte Januar machte der «Blick» ein Bild von sechs Soldaten publik, die den Arm zum Hitlergruss ausstrecken. Etwas länger zurück, liegen zwei Fälle, die mit dem aktuellen Vorfall vergleichbarer sind. So wurde vor zwei Jahren ein Foto von sieben Soldaten ins Netz gestellt, die mit erhobener Waffe und der albanischen Flagge posieren. Und 2013 gab ein Gruppenbild von Durchdiener zu reden. Sie hatten darauf ihre Hände zum albanischen Adler geformt.

Die Schweizer Armee mache ab und zu Stichproben auf Facebook, teilt Reist mit. Es sei aber nicht so, dass das Netz systematisch nach fragwürdigen Rekruten-Fotos durchsucht würde. «Wir haben keine Facebook-Polizei.»

Nazi-Schande auf Waffenplatz (Tele M1-Beitrag vom 22. Januar 2017)

Nazi-Schande auf Waffenplatz (Tele M1-Beitrag vom 22. Januar 2017)

Sie strecken die Arme zum Hitlergruss, im Schnee vor ihnen prangt ein Hakenkreuz. Die Militärjustiz ermittelt gegen mindestens sechs Soldaten.