Dino Nodari

Zu den begehrtesten Mitbringseln aus Spitälern gehören WC-Papier, Kaffeelöffel und Handtücher, diese Meldung des Regionaljournals Aargau/Solothurn von Radio DRS bestätigt Daniela Hunziker. Die Mediensprecherin des Kantonsspitals Aarau erklärt auch, dass sich nicht nur Patienten als Langfinger betätigen, sondern auch Spital-Mitarbeiter.

Schaden von rund 500 000 Franken

«Als wir vor einem Jahr für die Mitarbeiter neue, lässige Poloshirts als Dienstkleider besorgten, habe wir intern eine Infokampagne gemacht», so die Mediensprecherin. Diese habe ihre Wirkung nicht verfehlt. Es seien keine Kleider mehr weggekommen. Hunziker beziffert den Schaden durch Diebstähle im Kantonsspital Aarau auf rund 500 000 Franken.

Bei den Patienten seien vor allem WC-Papier-Rollen, Kaffeelöffel und Handtücher sehr beliebt. «Das ist einfach so», meint Hunziker schon fast resigniert. Viel dagegen tun könne man nicht. Schliesslich habe das Kantonsspital Aarau 2000 Besucher im Tag und um die 1200 Patienten kümmern sich 3500 Angestellte.

Kein Verständnis für Langfinger

So richtig verstehen kann Daniela Hunziker die Langfinger nicht. Denn schliesslich sei auf den meisten Gegenständen das Logo des Spitals drauf. Sollte ein Patient beim Klauen erwischt werden, mache man ihn darauf aufmerksam, dass er etwas eingesteckt habe, das ihm nicht gehöre. Bussen oder Anzeigen gebe es indes nicht.

Zudem könne man auch nur schwer überprüfen, ob jetzt wirklich eine WC-Papier-Rolle fehle oder ob ein Kaffeelöffel weggekommen sei. Ein Pappenstiel seien die 500 000 Franken aber nicht und deshalb wolle man den Leuten auch die Zahlen vor Augen führen.

«Kein dreilagiges Luxuspapier»

Im Gegenzug zu Aarau könne man den Schaden im Kantonsspital Baden nicht beziffern, erklärt Mediensprecher Marco Bellafiore. Allerdings werde ebenfalls sehr viel WC-Papier gestohlen. «Das ist unglaublich», sagt Bellafiore. Ebenfalls in grossen Mengen werden Kaffeelöffel geklaut.

Auch in Baden sind es nicht immer nur die Besucher, die Dinge mitgehen lassen. Das WC-Papier kommt auf allen Toiletten weg, also auch auf denjenigen, die nur für die Angestellten sind, bestätigt Bellafiore. Warum das Papier so begehrt ist, kann er sich nicht erklären. «Schliesslich verwenden wir ein preiswertes zweilagiges Papier und kein Luxuspapier.»