Wer ist die Schönste im ganzen Land? Vielleicht die aktuelle Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer aus Spreitenbach. Aber der Titel, den sie mit ihrem Krönchen trägt, hat in den vergangenen Jahren stark an Strahlungskraft eingebüsst. 

Vor rund 20 Jahren war die Miss-Schweiz-Wahl eine feste Grösse im jährlichen Schweizer TV- und Promi-Programm, der Anlass brachte Persönlichkeiten wie Melanie Winiger oder Stéphanie Berger hervor.

Heute beherrschen andere Frauenfiuren die Schlagzeilen. Die Baslerin Adela Smajic etwa, die kürzlich in der TV-Kuppelshow «Die Bachelorette» einen Mann gesucht und gefunden hat.

«Ist nicht die Bachelorette die neue Miss Schweiz?», fragt also Moderator Hugo Bigi in der Sendung TalkTäglich auf Tele Züri die aktuelle Miss Jastina Doreen Riederer.

«Ich suche keinen Mann»

«Nein, das ist etwas komplett anderes», sagt diese. Warum? «Weil ich keinen Mann suche.» Immerhin eines hatten Jastina Doreen und Adela bis vor kurzem gemeinsam: Sie gaben an, noch nie verliebt gewesen zu sein. Ob auch die Miss einen Mann gefunden hat, das will sie am Fernsehen dann doch lieber nicht ausbreiten. Miss sein ist eben etwas komplett anderes.

Bachelorette – Ausschnitte aus der letzten Folge

«Bachelorette» Adela Smajic findet einen Mann: Ausschnitte aus der letzten Folge der Kuppelshow.

11. Juni 2018

Neben Riederer ist auch Anita Buri im Talk-Studio. Sie hat am vergangenen Wochenende das Booking der Miss-Schweiz-Organisation übernommen, ist also das neue Missen-Mami. «Hals über Kopf», wie sie sagt, nachdem es zu einem Wechsel in der Geschäftsleitung gekommen ist. «Eine Miss Schweiz, das ist Eleganz», sagt sie. Und deshalb nicht mit einem Format aus der Trash-TV-Ecke zu vergleichen.

Die neue Miss Schweiz heisst Jastina Doreen Riederer

10. März 2018: Jastina Doreen Riederer wird zur Miss Schweiz gekrönt

Anita Buri ist selbst der erfolgreichen Missen-Generation der 90er entsprungen: 1999 trug sie das Krönchen der Miss Schweiz. «Was ist passiert, Anita?», fragt Moderator Bigi sie. «Früher war das ein riesiger Anlass, danach war die Miss auf diversen Titelblättern und ständig in den Medien präsent.»

«Es ist einfach kleiner worden, das Ganze», bestätigt Anita Buri. «Vor allem, seit das Schweizer Fernsehen die Wahl nicht mehr überträgt.» Aber sie habe Jastina Doreen in ihren ersten Wochen begleitet, «wir waren viel unterwegs, da hat sich nicht viel geändert zu früher.» Und trotz reduzierter Medienpräsenz: «Auf der Strasse kennt man sie.»

Die Missen-Lehre

Was das Miss-Sein für die aktuelle Miss selber bedeutet, formuliert Jastina Doreen Riederer so: «Ich reise in der ganzen Schweiz herum und erlebe Dinge, die ich sonst nicht erleben könnte – Interviews, Shootings. Für mich ist das eine riesige Möglichkeit.» Und das sei so ein Titel für alle «jungen Frauen, die etwas Neues erleben wollen».

Einen «Lehrblätz fürs Leben» nennt Anita Buri die «Lehre», die eine junge Frau als Miss Schweiz durchläuft. Und deshalb soll es den Titel auch in Zukunft geben – «wir planen eine nächste Miss-Schweiz-Wahl!» Denn: «Prinzessin will doch jedes kleine Mädchen einmal werden, deshalb soll das weiterleben.»

Missen-Misere

Missen-Misere: Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Jastina Doreen Riederer und Anita Buri in voller Länge.

Da bekommt Jastina Doreen erstmals in der Sendung Profil: Sie fühle sich nicht als Prinzessin, sagt sie. «Und ich will auch gar keine sein, wer mich kennt, weiss, dass ich sehr bodenständig bin.» Sie will auch nicht nur einfach schön sein, sondern sich vor allem für Kinder und Jugendliche einsetzen, die gemobbt werden, so wie ihr das einst widerfahren ist. Wenn ihr da jemand Steine in den Weg lege, «dann baue ich daraus eine Brücke und gehe darüber.»

Der Moderator ist beeindruckt und Anita Buri wirkt stolz. Genau das ist es, was sie nun vermehrt noch erreichen will: «Dass die Leute Jastina Doreen wirklich kennenlernen.» Bisher sei es zu sehr um Oberflächlichkeiten gegangen. (smo)