In der Schweiz gibt es derzeit 400 sogenannte Administrativhaftplätze - diese werden unter anderem genutzt, um Asylbewerber, die sich einer Ausschaffung widersetzen, unterzubringen. Eine neue Erhebung der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) zeigt jetzt allerdings, dass der Bedarf in Zukunft viel grösser sein wird.

So braucht es künftig 200 neue Plätze für die Administrativhaft. Laut KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger gibt es zwei Gründe für den Mehrbedarf: So bräuchten die Kantone mehr Haftplätze, um die «Schwankungstauglichkeit des Systems» zu verbessern, wie er in der «Sonntagszeitung» sagt. «Das System muss für rund 30’000 Gesuche ausgelegt sein.»

Im laufenden Jahr gab es bis Ende November weniger als 17'000 Asylgesuche. Ein Faktor ist laut Schneeberger aber auch die Asylreform, die ab 2019 gilt. Ein wichtiger Pfeiler dieser Reform ist die Beschleunigung der Asylverfahren. «Wir wollen vermeiden, dass die Entscheide für eine Wegweisung wegen fehlender Haftplätze nicht vollzogen werden können», sagt Schneeberger.

Wie Recherchen der «Sonntagszeitung» nun zeigen, plant der Kanton Zürich, das Flughafengefängnis künftig ausschliesslich für die Administrativhaft zu nutzen. So würden auf einen Schlag fast 100 neue Plätze frei - die Hälfte des schweizweiten Zusatzbedarfs. Die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) bestätigt die Pläne gegenüber der «Sonntagszeitung». «Wir haben mit mehreren Kantonen Gespräche geführt über die Nutzung von Administrativhaft-Plätzen im Flughafengefängnis. Das Interesse ist auf beiden Seiten vorhanden.»