Von den weiteren 15 Verletzten stammen 13 aus der Schweiz und zwei aus den Niederlanden. Dies teilte die Kantonspolizei Uri am Abend mit. Die Schülerinnen und Schüler gehören zu drei Schulklassen mit insgesamt 65 Schülern, die unter den rund 100 Fahrgästen des betroffenen Zugs waren.

Mehrere Verletzte bei Urner Zugcrash

In Andermatt rammte heute Mittag eine Lokomotive gleich mehrere Passagierwagen. Verletzt wurden dabei 30 Personen.

Die verletzten Jugendlichen wurden medizinisch versorgt. Laut Polizeiangaben konnten einige danach wieder mit ihrer Klasse weiterreisen, während andere ins Spital gebracht wurden. Die meisten zogen sich kleinere Verletzungen wie Prellungen und Schürfungen zu. Lebensbedrohlich verletzt wurde niemand.

30 Personen bei Zugunfall in Andermatt verletzt

Bei einem Rangierunfall im Bahnhof Andermatt sind am Montag kurz vor Mittag 30 Menschen verletzt worden - niemand aber lebensbedrohlich. Warum es zu diesem Zusammenprall kam, wird derzeit untersucht.

Der Vorfall hatte sich kurz vor Mittag ereignet. Ein Regionalzug fuhr von Disentis in den Bahnhof Andermatt ein. Derselbe Zug sollte etwas später, um 11.28 Uhr, wieder zurück nach Disentis fahren. Dafür aber hätte die Lokomotive über ein Parallelgleis vom hinteren Ende zum vorderen Ende des Zuges geführt werden sollen. "Ein alltägliches Rangiermanöver", wie Mediensprecher Jan Bärwalde von der Matterhorn Gotthard Bahn sagte.

Aus noch ungeklärten Gründen wich die Lokomotive laut Bärwalde dann aber nicht wie vorgesehen auf das Parallelgleis aus, sondern prallte retour gegen die Zugkomposition, von der sie kurz zuvor gelöst worden war. Die Lokomotive war mit 15 bis 20 km/h unterwegs, sagte der Sprecher. Die betroffene Zugkomposition umfasste eine Lokomotive sowie fünf Wagen.

Helikopter und Feuerwehr

Die Kantonspolizei Uri nahm die Ermittlungen zur Ereignisursache auf. Zur Klärung des Vorgangs wurde zudem die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST aufgeboten. Die Unfallursache und der genaue Hergang sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, schreibt die Kantonspolizei Uri.

Für die Angehörigen wurde unter der Nummer 041 874 53 60 eine Hotline eingerichtet.

Während der Rettungsarbeiten war die durch die Schöllenenschlucht führende Strasse zwischen Göschenen und Andermatt bis 14.40 Uhr für den Normalverkehr gesperrt. Der Bahnverkehr verlief laut Bärwalde von der Matterhorn Gotthard Bahn nach dem Unfall "relativ fahrplanmässig". Mit Einschränkungen aber musste gerechnet werden.

Die Rega stand mit drei Helikoptern im Einsatz, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Insgesamt transportierten diese sieben Verletzte in verschiedene Spitäler. Auch die Alpine Air Ambulance flog mit einem Helikopter. Aufgeboten wurden zudem die Feuerwehr Andermatt, der Rettungsdienst sowie die Kantonspolizei Uri.

Die schwersten Bahnunfälle seit der Jahrtausendwende

Der Bahnunfall vom Montag in Andermatt UR ist nur einer in einer Reihe mittelschwerer bis schwerer Unglücke auf dem Schweizer Schienennetz seit der Jahrtausendwende.

6. Juni 2000: Ein Toter beim Zusammenstoss eines Personenzuges der Regionalverkehr Mittelland AG in Hüswil LU mit einem Güterzug wegen einer falsch gestellten Weiche.

21. Februar 2002: Zwei Tote, drei Verletzte bei der Kollision eines Frachtzuges mit einer Lokomotive im Bahnhof Chiasso TI.

7. August 2003: 64 Verletzte beim Zusammenstoss zweier Züge der BOB in Gsteigwiler BE; später stirbt ein Schwerverletzter. Ein Lokführer hatte ein Rotlicht überfahren.

24. Oktober 2003: Ein Toter, 45 Verletzte bei der Kollision zweier Schnellzüge im Bahnhof Zürich Oerlikon. Bei dem nach Schaffhausen fahrenden Schnellzug war ein Teil der Bremsen nicht in Betrieb.

24. Februar 2004: Beim Zusammenstoss zwischen einem Bauamtsfahrzeug und einem SBB-Regionalzug in Walterswil SO werden zwei Gemeindearbeiter des Werkhofes Oftringen AG getötet.

17. Mai 2006: Bei einem Bauzug der BLS versagen zwischen Frutigen und Spiez BE die Bremsen. Er wird auf einen in Thun stehenden Bauzug geleitet. Drei Menschen sterben beim Zusammenstoss.

23. Juli 2010: Bei der Entgleisung eines "Glacier Express" kurz vor Fiesch im Walliser Obergoms kommt eine japanische Touristin ums Leben. 42 Personen werden verletzt.

9. Juni 2011: Im Simplontunnel zwischen Brig VS und Iselle (I) geraten mehrere Wagen eines Güterzuges der BLS Cargo in Brand - offenbar wegen einer lockeren Plane, die die Stromleitung berührten. Verletzt wird niemand, aber der Bahnverkehr Schweiz-Italien ist längere Zeit gestört.

8. August 2011: Bei der Streifkollision eines SBB-Regionalzuges und einer Güterlokomotive werden im aargauischen Döttingen zwei Personen schwer und zwanzig weitere leicht verletzt. Der Lokomotivführer des SBB-Regionalzuges hatte bei der Wegfahrt aus dem Bahnhof ein Signal überfahren.

6. Oktober 2011: Beim Zusammenstoss zweier S-Bahn-Züge in Olten SO wird einer der Lokführer schwer, eine reisende Person leicht verletzt. Die beiden Züge streifen sich kurz vor der Einfahrt in den grössten Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz.

10. Januar 2013: In Neuhausen SH stossen ein SBB-Doppelstockzug und eine Thurbo-Komposition zusammen. Der Thurbo-Lokführer hat ein Haltesignal missachtet. 26 Passagiere werden leicht verletzt, und es entsteht Sachschaden in Millionenhöhe.

13. Juli 2013: Im Bahnhof Zürich-Oerlikon kippt ein Baukran auf einen einfahrenden Personenzug und beschädigt zwei Doppelstockwagen. Ein Mann wird leicht verletzt.

29. Juli 2013: Bei der Frontalkollision zweier Regionalzüge in Granges-près-Marnand VD kommt einer der Lokführer ums Leben. 25 Personen werden verletzt. Einer der Lokführer hatte ein Rotlicht überfahren.

25. November 2013: Ein Regionalzug der Matterhorn Gotthard Bahn stösst bei Mörel VS auf einem unbewachten Bahnübergang mit einem Lieferwagen zusammen und entgleist. 11 der 41 Passagiere werden verletzt, 2 davon mittelschwer.

11. August 2014: Auf einem unbewachten Bahnübergang in Wolfenschiessen NW kollidiert ein Kleinbus mit einem Zug der Zentralbahn (zb). Drei israelische Touristen werden getötet und fünf weitere schwer verletzt.

13. August 2014: Ein Zug der Rhätischen Bahn fährt bei Tiefencastel GR auf einen Erdrutsch auf. Ein entgleister Waggon bleibt in einem Steilhang im Wald hängen. Elf Passagiere werden verletzt, eine davon verstirbt später im Spital.

20. Februar 2015: Eine S-Bahn und ein Interregio-Zug stossen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Rafz ZH seitlich zusammen. Mindestens sechs Personen werden verletzt, der Lokführer des Interregios schwer.

20. Februar 2016: Der historische Dampftriebwagen eines privaten Vereins kollidiert beim Bahnhof Sihlbrugg ZH mit einem abgestellten Schotterwagen. 16 Passagiere werden verletzt.

26. April 2016: Bei einem frontalen Zusammenstoss zweier Centovalli-Züge bei Corcapolo TI werden fünf Personen leicht verletzt, darunter die Lokführer.

20. Mai 2016: Auf einem Bahnübergang in Interlaken BE kollidiert ein ICE mit einem Reisecar, welcher zwischen den geschlossenen Schranken stecken geblieben ist. 17 Touristen aus Taiwan werden leicht bis mittelschwer verletzt.

11. Juli 2016: Im Bahnhof Luzern prallt ein S-Bahn-Zug in eine stehende Zugkomposition. 13 Personen erleiden leichte Verletzungen.

22. März 2017: Im Bahnhof Luzern entgleist ein Eurocity-Zug aus Italien mit 160 Personen an Bord. Sechs Personen werden leicht verletzt. Ein Wagen kippt um. Es entsteht Schaden in Millionenhöhe.

28. April 2017: Zwei Bauzüge des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) stossen im Altikofentunnel bei Bern zusammen. Eine Person wird leicht verletzt.

4. Juli 2017: Bei Rangierarbeiten im Bahnhof Hammer in Olten entgleisen fünf Güterwagen. Ein Bahnarbeiter wird leicht verletzt.

13. Juli 2017: Ein privater Bauzug kracht zwischen Wädenswil und Samstagern im Kanton Zürich in einen Schienenbagger. Drei Bauarbeiter werden kurzzeitig ins Spital gebracht.

11. September 2017: Bei einem Rangierunfall im Bahnhof Andermatt werden rund dreissig Personen verletzt - niemand aber lebensbedrohlich. Warum es zum Zusammenprall gekommen ist, wird derzeit ermittelt.