Das zeigt die zweite Umfrage der SRG SSR idée suisse zur Abstimmung vom 29. November. Das Forschungsinstitut gfs.bern führte die Umfrage zwischen dem 9. und 14. November bei 1213 stimmberechtigten Personen in allen Landesteilen durch.

Wäre bereits am letzten Sonntag abgestimmt worden, hätte bei der Minarett-Initiative das Ja-Lager 37 Prozent auf sich vereint; das sind 3 Prozentpunkte mehr als vor einem Monat. Nein gestimmt hätten unverändert 53 Prozent. Die Zahl der Unentschlossenen sank von 13 auf 10 Prozent.

Bei der Volksinitiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten wollten 50 Prozent mit Nein stimmen; das sind 6 Prozent mehr als zu Beginn der Kampagne. 39 Prozent (minus 2 Prozent) waren dafür und 11 Prozent (15 Prozent) unentschlossen.

Überdurchschnittliche 50 Prozent (plus 6 Prozent) bekundeten die Absicht, an der Abstimmung teilzunehmen. Laut gfs.bern haben zur höheren Teilnahmebereitschaft die intensiven Abstimmungskampagnen, vor allem jene zur Minarett-Initiative, beigetragen.

Dabei entwickle sich der Trend bei der Minarett-Initiative eher untypisch: Volksbegehren hätten zu Beginn der Kampagne jeweils viel Sympathie, im Abstimmungskampf nehme aber die Zustimmung ab, während gleichzeitig der Nein-Anteil steige.

Bei der Minarett-Initiative allerdings ist die Zustimmung leicht gestiegen, während die Nein-Seite stabil blieb. Obwohl die Gegner der Initiative im Vorteil bleiben - die Initiative braucht auch die hohe Hürde des Ständemehrs - ist der Ausgang der Abstimmung laut gfs.bern zwei Wochen vor der Abstimmung als unsicher zu bezeichnen.

Bei der Initiative für ein Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial liegt in allen Sprachregionen das Nein mittlerweile vorne.

Die dritte Vorlage, die am 29. November zur Abstimmung gelangt, die Spezialfinanzierung des Luftverkehrs, kann mit einer Zustimmung rechnen. 49 Prozent der Befragten gaben an, für die Vorlage zu votieren; das sind 7 Prozent mehr als im Oktober. Der Nein-Anteil verringerte sich gleichzeitig auf 23 Prozent (minus 3 Prozent).