Die Walliser Historikerin war zuletzt persönliche Mitarbeiterin von Leuthard, zuvor arbeitete sie als Referentin im Generalsekretariat der Bundesrätin und betreute politische Geschäfte im Bundesamt für Energie. Die Top-Beraterin gehörte jahrelang zum engsten Kreis der Magistratin. Salzmann prägte die Eckpunkte der Energiestrategie, mit der die Schweiz schrittweise aus der Atomenergie aussteigen will. Laut Beobachtern kannte sie das Dossier so gut wie kaum jemand anderes.

Nach über zehn Jahren in der Bundesverwaltung wechselt Salzmann nun in die Privatwirtschaft – wobei sie ihre Kontakte in die hohe Politik zu nutzen weiss: Künftig stellt die 37-Jährige ihr Wissen der Grossbank Credit Suisse zur Verfügung. Dort arbeitet sie für die Sparte Energy Infrastructure Partners und zwar im Rang einer Direktorin. Salzmann bestätigt auf Anfrage entsprechende Informationen. Ab April werde sie die Bank in politischen und regulatorischen Fragen beraten, erklärt sie. «Ich freue mich, die Energiewende künftig von dieser Seite aus mitgestalten zu können.»

Schon der zweite Top-Zugang

Die Energiewirtschaft-Sparte investiert etwa in Wasserkraftwerke, Windparks und Stromnetze. Aktuell treibt sie mit dem deutschen Energiekonzern EON den Bau eines 500 Millionen Euro teuren Windparks in Schweden voran. Das von ihr verwaltete Milliarden-Vermögen stammt primär von Pensionskassen. Man wolle diesen ermöglichen, «am strukturellen Wandel des Energiesektors zu partizipieren», heisst es bei der Credit Suisse. Die Bank sei «eng mit den wichtigsten Entscheidungsträgern der Branche vernetzt», wirbt sie, «darunter aktuelle und ehemalige Führungskräfte aus der Energiewirtschaft sowie Politiker und Aufsichtsbehörden».

Dass dies keine leere Floskel ist, zeigt nicht nur der Zugang von Rachel Salzmann. Bereits seit 2017 steht Walter Steinmann, der frühere Direktor des Bundesamts für Energie, im Sold der Credit Suisse. Er sitzt im Beirat der Energiewirtschaft-Sparte und vertritt die Bank unter anderem im Verwaltungsrat der Transitgas AG. Das Unternehmen betreibt die Gaspipeline durch die Schweiz.