MGB-Mediensprecher Patrick Fux sagte auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA, dass ein Komet-3-Zug mit rund zwanzig Fahrgästen an Bord auf der Fahrt von Zermatt nach Fiesch kurz nach der Haltestelle "Fiesch Feriendorf" in einen auf dem Trassee liegenden Stein geprallt sei. Die Schnellbremsung des Lokführers habe den Crash nicht verhindern können.

Nach dem Zusammenprall sei die Zugkomposition entgleist. Weder der Lokführer noch Fahrgäste seien dabei verletzt worden. Die Reisenden wurden laut Fux bereits in einem Ersatzbus zum ursprünglichen Zielort gebracht.

Wie der Stein auf das Trassee gelangt ist und mit welcher Geschwindigkeit der Zug unterwegs war, liess sich am Samstagabend noch nicht sagen. Auch die Schadensumme ist noch unbekannt. Die Untersuchungen dazu laufen.

Während der Räumungsarbeiten bleibt die einspurige Strecke rund um den Unfallort gesperrt. Die Reisenden der laut Fux "derzeit nicht gross frequentierten Strecke" werden mit Ersatzbussen transportiert.

Einer von mehreren Zwischenfällen

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn hatte in den vergangenen Jahren verschiedene Unfälle mit Verletzten oder Toten zu verzeichnen. An der fast gleichen Stelle der Strecke bei Fiesch war am 23. Juli 2010 ein "Glacier Express" entgleist. Dabei kam eine japanische Touristin ums Leben. 42 Personen wurden verletzt.

Gut drei Jahre später stiess ein Regionalzug der Matterhorn-Gotthard-Bahn bei Mörel VS auf einem unbewachten Bahnübergang mit einem Lieferwagen zusammen und entgleiste. 11 der 41 Passagiere wurden verletzt, 2 davon mittelschwer.

Vor fast exakt einem Jahr wurden bei einem Rangierunfall im Bahnhof Andermatt rund dreissig Personen verletzt - niemand aber lebensbedrohlich. Der Unfall ist auf eine falsch eingestellte Weiche zurückzuführen.

Mitte August 2018 schliesslich kollidierte ein Zug der Matterhorn-Gotthard-Bahn in Selkingen im Goms mit einem Auto. Dabei kam der Automobilist ums Leben. Das Unglück ereignete sich auf einem unbewachten Bahnübergang.