Grund für den grossen Ansturm waren wohl vor allem die schlechten Oster-Wetterprognosen für die Alpennordseite. Auch die SBB verzeichnete eine grosse Nachfrage: Viele Züge waren ausgebucht, es wurden Extrazüge eingesetzt.

Stau die ganze Nacht über

Die ersten Blechschlangen am Gotthard bildeten sich bereits am Vortag um 6 Uhr früh. Seither hat sich gemäss dem Verkehrsinformationsdienst Viasuisse der Stau nicht mehr aufgelöst. Am kürzesten war der Stau gegen halb vier Uhr am Freitagmorgen mit vier Kilometern und 45 Minuten Wartezeit.

Bereits um 6.30 Uhr am Freitagmorgen war die Blechlawine vor dem Gotthard-Nordportal dann 14 Kilometer lang. Dies sei ein Rekordwert für einen Karfreitag, bestätigte Angela Pasquariello von Viasuisse gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Erst gegen 16 Uhr wurden die Kolonnen langsam kürzer. Um 20 Uhr war die Strecke schliesslich wieder frei befahrbar.

Ein kleiner Osterscherz? Im Tweet gibt der TCS den Zeitverlust mit 150 Stunden an. Gemeint sind wohl eher 150 Minuten.

Auch Alternativrouten verstopft

Auch auf den Alternativrouten mussten sich die Autofahrer gedulden. Auf der A3 Richtung Chur standen Reisende bis um 12 Uhr ab Niederurnen bis zum Kerenzerberg-Tunnel wegen eines Unfalls über eine Stunde im Stau. Auf der San-Bernardino-Route betrug der Zeitverlust ab Chur bis zum San-Bernardino-Tunnel eine Stunde. Zudem musste der San-Bernardino-Tunnel wegen eines Pannenfahrzeuges vorübergehend gesperrt werden.

Auch die Zufahrt zum Grossen St. Bernhard war am Freitag verstopft mit Wartezeiten von bis zu 45 Minuten. Wer über den Mont-Blanc-Tunnel auswich, stand indes zwei Stunden im Stau. Auf vielen Alpenpässen besteht noch Wintersperre, weshalb die Wege in den Süden eingeschränkt sind.

Rekordstau: Wartende spielen Fussball auf Autobahn

Der Gotthard wird zur Geduldsprobe. Was machen Autofahrer, wenn sie 2.5 Stunden stehen und die Zeit totschlagen müssen? Sie werden sportlich aktiv.

Rekord geknackt

Mit den 14 Kilometern toppt 2017 sogar das intensive Jahr 2015: Rekordmässige 45,5 Stunden staute es vor dem Gotthard. Damals betrug die Staulänge aber nur elf Kilometer. Viasuisse schreibt denn auch, der Ansturm sei "heuer enorm".

Früher losfahren hätte wenig gebracht

Schon früher loszufahren, hätte sich im Übrigen kaum ausbezahlt. Auf der A2 nach Süden staut sich der Verkehr seit Donnerstagmorgen. Den kürzesten Stau verzeichnete Viasuisse gegen halb vier Uhr am Freitagmorgen mit vier Kilometern und 45 Minuten Wartezeit.

Viasuisse empfiehlt als Alternative die San-Bernardino-Route. Dort gab es am Vormittag ebenfalls Staus, allerdings waren die Wartezeiten laut TCS-Verkehrsinformation weit weniger lang.

Auch der Grosse St. Bernhard bietet sich nur beschränkt zum Ausweichen an: Zwischen Liddes VS und dem dortigen Tunnel-Nordportal standen die Autos am Freitag gegen Mittag auf neun Kilometern. Die Wartezeit dauerte bis zu 45 Minuten. An vielen Alpenpässen besteht noch Wintersperre, weshalb die Wege in den Süden eingeschränkt sind.

Unter anderem wegen der schlechten Wetterprognosen für die Alpennordseite machen sich heuer besonders viele Menschen auf in den Süden. So verzeichnet auch die SBB eine grosse Nachfrage: Viele Züge seien bereits ausgebucht, schreibt Viasuisse. Deshalb würden Extrazüge eingesetzt.

Schwerer Unfall im Seelisbergtunnel

Erschwerend kam am Donnerstag ein Unfall im Seelisbergtunnel der A2 dazu, der den Verkehr schon weit vor dem Gotthard stoppte.

Der Selbstunfall eines Personenwagens ereignete sich um 16.15 Uhr in der Röhre Richtung Gotthard/Süden, kurz vor dem Tunnelausgang bei Seedorf UR. Die 64-jährige Automobilistin wurde beim Unfall schwer verletzt, wie die Urner Kantonspolizei mitteilte. (nch/sda)

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