Was für ein Start in die Ski-Saison in Graubünden! Für einmal hat es nicht zuwenig Schnee, nein, fast zu viel! In Arosa beispielsweise standen Skifahrer am Sonntagmorgen vergeblich früh auf: Die Bahnen konnten nicht starten, es lag schlicht zu viel Schnee auf den Pisten, und weil es dauernd weiterschneite, kamen die Pisten-Vorbereitungen nicht genug schnell voran.

Erst gegen Mittag konnten die Bergbahnen den Betrieb wieder aufnehmen, wie eine Sprecherin gegenüber «20 Minuten» sagt. Einzig die Brüggerhornbahn bleibe heute den ganzen Tag geschlossen. Im Skigebiet liegen gemäss Arosa-Website nunmehr 170 cm Schnee.

Über 70 Zentimeter Neuschnee

Auch in Davos schneit und schneit es seit Samstag fast ununterbrochen. Der Wetterdienst Meteocentrale geht von Neuschneemengen zwischen 40 und 70 cm innert 24 bis 36 Stunden aus.

Mit 73 Zentimeter Neuschnee wurde in St. Antönien auf 1510 Meter über Meer der grösste Neuschneewert gemessen. Im nur 940 Meter über Meer gelegenen Pusserein fielen 70 Zentimeter Neuschnee. In Klosters konnten 55 Zentimeter gemessen werden. Aber auch in einzelnen Tälern gab es eine dicke Schneedecke. So fielen in Chur 25 Zentimeter Neuschnee und in Glarus 20 Zentimeter. 

Im Flachland bildete sich zumindest vorübergehend vielerorts eine geschlossene Schneedecke. Keinen Schnee gab es hingegen in den westlichen Landesteilen, im Wallis und im Süden. Laut Meteonews gab es entweder keinen oder kaum Niederschlag oder es war einfach zu mild.

Schneechaos: Salzlastwagen umgekippt

Schneechaos: Salzlastwagen umgekippt

Die Schneefälle am Samstag sorgen für Chaos im Verkehr. Auf den Strassen kam es zu zahlreichen Unfällen. In Hägglingen AG kam ein Salzstreuwagen ins Schleudern und prallte in eine Hausmauer.

Am Sonntag ist mit weiteren Schneefällen zu rechnen, die besonders in den Ostalpen teilweise kräftig ausfallen können. In tiefen Lagen unterhalb von etwa 600 Metern ist der Schnee aber sehr nass oder es fällt sogar Regen.

Die Lawinengefahr, die in den westlichen und südlichen Alpen mässig ist, ist in den Zentralschweizer Alpen erheblich und vom Glarnerland bis zum Alpstein sowie in Nord- und Mittelbünden mit Stufe 4 von 5 gross. Die weiteren Schneefälle entspannen die prekäre Situation sicherlich nicht.

Wetterberuhigung am Montag

Am Montag wird laut dem Wetterdienst ein Hochdruckgebiet westlich der Schweiz das Wettergeschehen ein wenig beruhigen. Am Dienstag werde aber eine nächste Störung mit einigen Niederschlägen folgen. Die Schneefallgrenze werde zunächst von tiefen Lagen gegen 800 Meter ansteigen, bevor sie in der Nacht auf Mittwoch wieder bis in Flachland absinke. (pmü/sda)