Das Aargauer Obergericht hat am Donnerstagvormittag in Aarau das Urteil über den Vierfachmörder von Rupperswil gefällt: Thomas N. wird nicht lebenslänglich verwahrt – es bleibt bei einer ordentlichen Verwahrung. Das Gericht hebt zudem die vollzugsbegleitende ambulante Massnahme auf.

«Ob wir dieses Urteil weiterziehen werden, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen», sagte Verteidigerin Renate Senn in einem ersten Statement vor den Medien direkt nach Verhandlungsende. «Wir werden erst das schriftliche Urteil abwarten, dieses analysieren, und dann wird mein Klient entscheiden, ob es einen Weiterzug ans Bundesgericht gibt oder nicht.» 

Der Angeklagte selbst ist am Donnerstag nicht vor dem Aargauer Obergericht in Aarau erschienen. Sie habe deshalb auch noch nicht mit ihm über das Urteil sprechen können, so Senn. «Ich gehe davon aus, dass er das Urteil über die Medien erfährt, und das war auch so abgesprochen.» Die verschiedenen Varianten des Urteils habe sie mit ihrem Klienten vorgängig besprochen.

Die Bilder vom Rupperswil-Prozess vor dem Aargauer Obergericht:

Dass der verurteilte Vierfachmörder Thomas N. von der Verhandlung am Obergericht dispensiert worden ist, sorgte mehrfach für Kritik, auch am Prozessmorgen. Darauf angesprochen sagte Renate Senn: «Auf meinen Klienten ist es heute nicht angekommen.» Rechtsfragen und Gutachter hätten an diesem Berufungsprozess im Zentrum gestanden, «er hätte dazu gar nichts sagen können». Aus diesem Grund sei das Dispensationsgesuch vom Obergericht auch gutgeheissen worden. 

Zudem betonte sie: «Dass mein Klient nicht da ist, dient auch einem schlanken und kostengünstigen Verfahrensablauf.» (smo)