Smartphones stellen die Armee vor Herausforderungen. So wurde letzte Woche bekannt, dass die Sicherheit von US-Soldaten möglicherweise gefährdet ist, weil eine Fitness-App ihre Laufrouten aufgezeichnet hatte. Das Pentagon prüft die Nutzung solcher Programme durch Militärangehörige.

In der Schweizer Armee ist man im Umgang mit solchen Programmen noch relativ locker. «Wenn eine Übung an einem geheimen Ort durchgeführt wird, können die Kommandanten die Smartphones der Militärangehörigen kurzfristig einziehen», erklärte Armeesprecher Daniel Reist gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Damit soll verhindert werden, dass Ortungsdienste von Smartphones den Standort bekannt geben.

Fotos hochladen ist tabu

Ansonsten gibt es aber kaum Einschränkungen bei der Nutzung der Smartphones und von Programmen. Richtlinien oder Verordnungen kennt die Schweizer Armee keine. Allerdings werden die Angehörigen der Armee gemäss Reist in der Rekrutenschule und in den Wiederholungskursen im Umgang mit Smartphones geschult. In der Dienstordnung gebe es zudem den klaren Befehl, dass keine Fotos oder Videos von Einsätzen hochgeladen werden dürfen.

Vor dem World Economic Forum (WEF) in Davos hat die Schweizer Armee zum ersten Mal eine Weisung zum Umgang mit Smartphones ausgehändigt. «Wir haben die Einsatzkräfte angewiesen, das Smartphone so wenig wie möglich zu benutzen», sagte Reist. Die Armee habe aber darauf verzichtet, den Militärangehörigen aus Sicherheitsgründen die Smartphones ganz abzunehmen. «5000 Handys von Militärangehörigen einziehen – das kann man in der Schweiz nicht machen», sagte Reist.

Routen von Soldaten im Krieg

In den USA sorgt sich das Verteidigungsministerium derzeit um die Sicherheit von Soldaten, weil ihre Standorte durch eine Fitness-App veröffentlicht wurden. Das Programm zeigt die Bewegungen ihrer App-Nutzer auf der ganzen Welt. Zu sehen sind auch Laufrouten in Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Während einige Gegenden von vielen visualisierten Routen hell erleuchtet sind, stechen die Strecken in weniger frequentierten Regionen deutlich ins Auge. So ist die Karte des Irak grösstenteils dunkel. Doch einige Militärstützpunkte der USA und ihren Verbündeten im Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sind klar zu erkennen.