Der unter deutscher Flagge fahrende 110 Meter lange Tanker "Eiltank 24" war mit 1800 Tonnen Schweröl bachabwärts unterwegs, als es kurz nach Verlassen der Schleuse, aber noch oberhalb der Birsmündung zur Grundberührung kam. Gemäss einem Polizeisprecher hatte vor rund zwei Jahren an etwa derselben Stelle bereits ein anderes Schiff den Grund berührt.

Die Tankerbesatzung konnte nach dem Zwischenfall das Schiff im Rhein wenden, zurück in den unteren Schleusenvorhafen manövrieren und am Ufer befestigen. Behörden nahmen es dann dort unter die Lupe. Sicherheitshalber angerückt waren zudem das Basler Feuerlöschboot und das Bilgenentölungs- und Ölwehrboot der Schweizerischen Rheinhäfen.

Aussenhaut defekt

Zu den geplanten Abklärungen gehört auch, ob ein möglicher Fahrfehler des Schiffsführers zum Unfall geführt hat. Ein Lotse war laut dem Sprecher nicht an Bord. Der beladene Tanker war nicht offensichtlich überladen. Zudem ist der Rheinpegel in Basel derzeit nicht besonders niedrig.

Laut dem Polizeisprecher wurde am Heck die Aussenhaut beschädigt, nicht jedoch die innere Hülle des doppelwandigen Tankers. Noch sei unklar, ob der voll beladene Tanker nach einer Reparatur vor Ort weiterfahren kann. Die Rheinschifffahrt wurde aus Sicherheitsgründen nach dem Zwischenfall im Raum Basel kurzzeitig gesperrt.

Gemäss Internet-Schiffsportalen war das in Duisburg gemeldete Schiff mit Baujahr 1983 im Jahr 2011 vom Einwand- zum Behältertankschiff umgebaut worden. Dabei gewann es etwas an Länge und verlor leicht an Tiefgang (heute 3,1 Meter) sowie an Tonnage.

Öltransportweg Rhein

Schweröl ist oft Abfall aus der Erdölverarbeitung; unter anderem fällt es in Crackeranlagen an. Verwendung findet es als Schmier- und Treibstoff für Grossmotoren, etwa in der Hochseeschifffahrt. Wegen vergleichsweise sehr hohem Schadstoffanfall beim Verbrennen steht es in der Kritik, die Luft über internationalen Gewässern zu verpesten.

Erdöl wird im Raum Basel primär im Auhafen Muttenz BL und im Birsfelder Hafen umgeschlagen. Bis zu einem Drittel aller Schweizer Ölimporte werden hier gelöscht. Von den Rheinhäfen werden auch Zwischenprodukte zu Raffinerien gebracht, darunter der einzigen der Schweiz in Cressier NE. Schweröl macht den umgekehrten Weg.