Aufgrund der starken Regenfälle der vergangenen Nacht ist die Hochwasserlage vielerorts kritisch. Besonders stark betroffen sind das Misox im Kanton Graubünden und das Tessin. Weil der Pegel der Moesa stark anstieg, musste gar die A13 im Misox gesperrt werden. Als Konsequenz ist derzeit auch der San-Bernardino-Tunnel in beide Richtungen gesperrt.

Auch andernorts waren die Graubündner Blaulichtorganisationen vergangene Nacht und am Mittwochvormittag im Dauereinsatz. So wurde in Splügen im Bereich des oberen Bergbahnparkplatzes ein Auto vom ansteigenden Hüscherabach erfasst und mitgerissen. Mit einem Kranfahrzeug konnten die beiden Insassen unverletzt, aber unterkühlt geborgen werden, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilt. In Cama wurden zwei Familien und in Medels Bewohner eines Hauses vorsorglich evakuiert.

Die überflutete und gesperrte A13 bei Medels.

Die überflutete und gesperrte A13 bei Medels.

In den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell ist die Lage weitaus weniger kritisch. Das Naturgefahrenbulletin des Bundesamts für Umwelt meldet eine mässige Hochwassergefahr für den Bodensee, die Thur, die Sitter sowie den Rhein.

Ein Blick ans Seeufer in Rorschach zeigt: Derzeit kitzelt der See an der Uferkante. Am Nachmittag könnte er bei Wind auf die Uferpromenade schwappen.

In St.Margrethen hatte der Rhein bereits am Dienstag einen hohen Pegelstand erreicht, die Rheinvorländer waren überflutet und gesperrt worden.

Laut Prognosen soll sich die Situation im Verlauf des Nachmittags entspannen. Der Regen lässt im ganzen Land nach. Am Nachmittag dürfte es gar zu Auflockerungen kommen.

Die von den Wassermassen bedrohte A13 bei Soazza.

Die von den Wassermassen bedrohte A13 bei Soazza.

Die Temperaturen klettern auf bis zu 19 Grad im Norden und 24 Grad im Süden. Schauer und Gewitter sind im nördlichen Tessin und in den Alpen aber noch möglich.