2015 nahm die Mortalitätsrate und die «verlorenen potenziellen Lebensjahre» zu, die Lebenserwartung bei Geburt ging vorübergehend zurück, wie das Bundesamts für Statistik (BFS) mitteilt – das war letztmals 1990 der Fall. Sie betrug 80,7 Jahre für die Männer und 84,9 Jahre für die Frauen. Im Jahr 2016 nahm die Zahl der Todesfälle wieder auf 64'964 ab und die Lebenserwartung stieg über den Stand von 2014.

Die Grippewelle im Frühjahr hatte etwa 2500 Todesfälle, die Hitzewelle im Juli etwa 500 Todesfälle, zusätzlich zur normalerweise erwarteten Zahl, zur Folge. 

Seit 100 Jahren sterben am meisten Menschen an Herzkreislaufkrankheiten – aktuell gilt dies aber nur für die 80-Jährigen und älteren. Im mittleren Alter (Männern zwischen 45 und 82,  Frauen zwischen 36 und 79) ist Krebs die häufigste Todesursache. Vorher, ab dem Alter von 15, sind Unfälle und Suizid am häufigsten. Todesfälle bei Kindern sind sehr selten, es gibt keine dominierende Ursache. Etwa 4 von 1000 Säuglingen sterben im ersten Lebensjahr, hauptsächlich an angeborenen Krankheiten.

Veränderungen der häufigsten Diagnosen

Obwohl die Herzkreislaufkrankheiten (21'593 Todesfälle) im Verhältnis zurück gingen, stellen sie mit 32 Prozent immer noch den grössten Anteil aller Todesursachen. Bei den verstorbenen Männern ist der Unterschied zu Krebskrankheiten gering geworden, schreibt das BFS: bei ihnen sind in 29,8 Prozent der Fälle Herzkreislaufkrankheiten und in 29,3 Prozent der Fälle Krebskrankheiten die Haupttodesursache.

Fünf mal mehr Grippetote

Die zweitgrösste Gruppe der Todesursachen sind mit 26 Prozent die Krebskrankheiten (17'261 Todesfälle). Ihre Zahl hat 2015 gegenüber dem Vorjahr um 496 Fälle oder 3 Prozent zugenommen, deutlich weniger als die Demenz mit plus 606 Todesfällen (+10,5%) und die Krankheiten der Atmungsorgane mit plus 780 Fällen (+20,3%). Insbesondere wurden 1469 Lungenentzündungen konstatiert, gegenüber 2014 eine Zunahme von 349 Fällen (+31%).

Die Grippediagnosen haben sich 2015 mit 244 Todesfällen fast verfünffacht (+388%). Insgesamt hat die Anzahl Todesfälle mit einer Hauptdiagnose Lungenkrankheit um 20 Prozent zugenommen.

Weitere Diagnosen, die deutlich zugenommen haben, sind Parkinson (797 Fälle, +21%) sowie die Diagnosen Senilität und Altersschwäche (563 Fälle, +25%). Unter den Herzkreislaufkrankheiten hat 2015 die Diagnose einer Herzinsuffizienz deutlich zugelegt (1907 Todesfälle, +14%). Bakterielle Infekte, insbesondere infektiöse Darmkrankheiten und Sepsis, haben nur bei Frauen zugenommen (247 Fälle, +33%).

Mehr Verkehrstote

Die Todesfälle in Folge von Magenkrebs haben um 5 Prozent auf 530 Fälle abgenommen. Es wurden 487 oder 4 Prozent weniger Fälle von Tumoren unbekannten Charakters diagnostiziert, sowie 364 Fälle von Arteriosklerose, 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Während sich bei den Frauen die Zahl der Verkehrsunfalltoten kaum verändert hat, sind 2015 bei der männlichen Bevölkerung mit 41 Fussgängern, 29 Velofahrern und 43 Motorradfahrern 36 Personen mehr verstorben. Hingegen starben bei den Männern nur 36 Autolenker und Insassen im Verkehr, 11 weniger als im Jahr 2014.

Sterbehilfe nimmt zu

792 Männer und 279 Frauen haben sich 2015 das Leben genommen, das sind 43 Personen mehr als im Vorjahr. Assistierter Suizid (Sterbehilfe) wurde bei 426 Männern und 539 Frauen festgestellt, das sind 223 Fälle mehr. (az/kob)