Keine Sterbehilfe auf SRF: Leutschenbach will keine Werbung von Exit auf seinen Sendern ausstrahlen. Die Freitodbegleitung sei "nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich stark umstritten", begründet das Schweizer Fernsehen gegenüber der "Sonntagszeitung". Ausserdem sei zu erwarten, "dass die Bewerbung der Freitodbegleitung in den Service-public-Programmen einen nicht unerheblichen Teil des Publikums in seinen Gefühlen verletzen würde".

Exit hat fünf Werbespots gedreht. Darin treten neben Komiker Peach Weber auch die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz oder Filmemacher Rolf Lyssy (Die Schweizermacher) auf. Exit-Vorstandsmitglied Jürg Wiler ist enttäuscht, dass sich das SRF weigert, die Spots zu senden. Er nennt den Entscheid "völlig unverständlich". Man habe eine grundsätzliche Diskussion über Selbstbestimmung anregen wollen. Das Sterben an sich habe man nicht bewerben wollen. Anders als das SRF ist er der Ansicht, die Freitodbegleitung sei in der Schweiz breit akzeptiert.

2010 war das SRF anderer Meinung

Exit hatte bereits vor sieben Jahren Werbeclips gedreht. Laut Wiler liefen sie auch im Schweizer Fernsehen, auch zur besten Sendezeit.

Für die Vermarktung der Werbung auf öffentlich-rechtlichen Sendern ist die Firma Admeira verantwortlich. Sprecherin Patrizia Stähli sagt, die Exit-Spots hätten damals "verschiedene negative Rückmeldungen" zur Folge gehabt. Werbung, die aus ethisch-moralischen Gründen problematisch sein könne, werde abgelehnt. Die Exit-Spots gehören gemäss Stähli in diese Kategorie.

Im Gegensatz zum SRF zeigen die regionalen TV-Sender die Werbung. Auf Tele M1, Tele Züri, Telebasel, TV Ostschweiz, Tele 1 und Tele Bärn läuft sie ab heute Montag bis im November.

Auch Künstler und Artist Rolf Knie wirbt für Exit:

"Habe ein Recht auf Sterben", sagt Rolf Knie im TV-Spot.

(mwa)