Das neue Jahr begann stürmisch: Am 3. Januar fegte «Burglind» über die Schweiz hinweg. Das Sturmtief fällte Bäume und beschädigte Häuser und Fahrzeuge. Allein im Kanton Aargau wird die Schadenssumme von der Aargauischen Gebäudeversicherung auf 12 bis 14 Millionen Franken geschätzt. Im Kanton Solothurn hat der Sturm Schäden in der Höhe von 10 Millionen Franken verursacht, in beiden Basel sind es 6 Millionen Franken.

Auf «Burglind» folgte am 16. Januar das Sturmtief Evi, das die Schweiz Böen von bis zu 180 Kilometern in der Stunde brachte. Zum Aufatmen bleibt kaum Zeit, mit «Friederike» bläst schon der nächste Sturm.

Drei Stürme innerhalb zweier Wochen; das fällt auf. Doch ungewöhnlich ist dies nicht, wie ein Blick auf die Sturmstatistik 2017 zeigt.

Winter ist Sturmsaison

Vor einem Jahr, im Januar 2017, registrierte die Plattform www.sturmarchiv.ch das Sturmtief Axel, das Randtief Egon sowie je einen Föhn- und einen Bisensturm. Im Februar und März folgten fünf weitere Tiefs und Stürme.

Im Sommer folgen die Gewitter mit Überschwemmungen und Hagel. Ab September haben die Sturmtiefs wieder Saison, insgesamt wurden letztes Jahr zehn Herbst- und Winterstürme verzeichnet, den Abschluss machte Sturmtief Horst am 30. Dezember, nur gerade vier Tage vor «Burglind».

Winterstürme in der Schweiz

Die Sturmtiefs, die letztes Jahr männliche Namen trugen, sind typische Erscheinungen des Herbst und des Winters. Sie entstehen über dem Atlantik, durch die starken Temperaturunterschiede zwischen nördlichen und südlichen Breitengraden entstehen starke Winde. Entlang des Jetstreams, welcher kalte von warmen Luftmassen trennt, entstehen so Tiefdruckgebiete mit hohen Windgeschwindigkeiten, die bis nach Mitteleuropa ziehen können.

Wenn sich im Frühling die Temperaturen zwischen der Nord- und der Südhalbkugel wieder angleichen, verschwinden die Winterstürme. (jgl)

Stürme: eine ungewöhnliche, aber nicht aussergewöhnliche Situation

Stürme: eine ungewöhnliche, aber nicht aussergewöhnliche Situation

Die meteorologische Situation, in der sich die Schweiz seit einem Monat befindet, ist abnormal, aber gemäss Schweizer Wetterexperten nicht ungewöhnlich. Es ist bereits der vierte grosse Sturm in diesem Winter, der dieser Tage über die Schweiz und Europa hereinbricht. Und ein fünter ist fürs nächste Wochenende bereits absehbar. Die Situation dürfte sich indes ab Ende Januar wieder normalisieren. Interview mit dem Meteorologen André-Charles Letestu von Meteo Schweiz.