Einem Gefangenen ist in der Nacht auf Samstag die Flucht aus dem Zentralgefängnis in Freiburg gelungen. Der Mann war wegen eines Tötungsdelikts zu lebenslanger Haft verurteilt. Er gilt als gefährlich, wie die Freiburger Kantonspolizei am Dienstag mitteilte.

Der verurteilte Mörder Bashkim L. ist aus dem Zentralgefängnis in Freiburg ausgebrochen.

Der verurteilte Mörder Bashkim L. ist aus dem Zentralgefängnis in Freiburg ausgebrochen.

Der Flüchtige habe einen Weg gefunden, um nachts zwischen zwei und drei Uhr aus einer Einzelzelle zu entkommen, teilte die Freiburger Kantonspolizei am Dienstag mit. Sie geht stark davon aus, dass der Kosovare Hilfe von aussen erhalten hatte.

Der Generalstaatsanwalt hat eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände der Flucht zu klären. Der Flüchtige konnte bisher nicht gefasst werden.

Das Zentralgefängnis in Freiburg.

  

Der etwa 1,77 Meter grosse Mann mit braunen Augen, kurzen schwarzen Haaren und einem langen schwarzen Bart wird national und international gesucht. Bei der Flucht war der Mann mit einer schwarzen Trainerhose, einem schwarzen Pullover und Turnschuhen bekleidet. Nach Angaben der Polizei spricht er Deutsch und Albanisch sowie Französisch mit starkem Akzent.

Bashkim L. gilt laut Freiburger Kantonspolizei als gefährlich. Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass sich der Mann inzwischen wahrscheinlich nicht mehr auf Schweizer Boden befindet. Der 35-Jährige wird auf nationaler und internationaler Ebene gesucht.

Italiener vor den Augen der Kinder erschossen

Er war wegen eines Tötungsdelikts im französischen Frasses zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. 

Bashkim L.

Bashkim L.

Bashkim L. wurde wegen dieser Tat verurteilt: Am 11. Mai 2013 gegen 23.50 Uhr wurde ein Italiener mit kosovarischen Wurzeln in Frasses erschossen. Zwei Personen eröffneten das Feuer gegen den Mann, als dieser vor der Garage seines Hauses stand. Er war gerade am Steuer seines Autos, zusammen mit seiner Frau, 21 Jahre alt, und seinen vier Kindern, zu Hause angekommen.

Bei der Tötung soll es sich um einen Racheakt im Zuge einer langjährigen und blutigen Fehde zweier kosovarischen Familienclans handeln.

Zwei mutmassliche Täter wurden festgenommen, darunter Bashkim L. Sie wurden erstinstanzlich zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Die zweite Person befindet sich immer noch in Haft. Die Beschuldigten haben Einsprache gegen das Urteil erhoben und bestreiten immer noch, die Täter des Tötungsdelikts zu sein. 

Ihr Fall hätte eigentlich im vergangenen März in zweiter Instanz vom Freiburger Kantonsgericht beurteilt werden sollen. Dieses wies den Fall an die Staatsanwaltschaft zurück, um zusätzliche Untersuchungen durchzuführen. Die beiden Angeschuldigten hätten neue Elemente ins Spiel gebracht, so die Begründung.

Der andere mutmassliche Täter befindet sich nach wie vor in Haft, wie die Freiburger Kantonspolizei in ihrer Mitteilung bekannt gab. (az/sda)