Sie kamen zu Tausenden. Als am Dienstagmorgen um 10 Uhr der Leiter der Vianco Arena in Brunegg zum ersten mal das Tor zum Betty-Bossi-Lagerverkauf öffnete, strömten die Menschen in rauen Mengen in in die Halle.

Draussen verursachten sie Verkehrsstau, drinnen stauten sich die Kauffreudigen mit ihrer Beute schon nach kurzer Zeit vor den Kassen. Wartezeit: bis zu zwei Stunden.

Betty Bossi ist mittlerweile ein Schweizer Kulturgut. Kaum eine Küche ohne eines der praktischen Produkte aus dem Sortiment der Firma und in jedem sechsten Briefkasten landet jeden Monat eine «Betty Bossi Zeitung».

Grossandrang beim einmaligen Lagerverkauf von Betty Bossi

Grossandrang beim einmaligen Lagerverkauf von Betty Bossi

In einer schweizweit einmaligen Aktion will die Coop-Tochter Betty Bossi AG in der Vianco Arena in Brunegg Tausende reduzierte Produkte verkaufen.

Aber was steckt eigentlich hinter dem Namen Betty Bossi? Wir haben einige Leute gefragt, die von nah und fern nach Brunegg reisten, um das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern – und blickten grösstenteils in fragende Gesichter. Irgendwo hatte man das irgendwann doch mal gehört ... aber nein, keine Ahnung.

Doch da waren auch jene, die der richtigen Antwort ganz dicht auf der Spur waren: «Das ist eine Erfindung», sagte etwa ein Mann mit vollem Einkaufswagen wie aus der Pistole geschossen, «das ist ein fiktiver Name», versuchte es eine Dame, die laut eigener Aussage schon seit Jahren «Betty-Bossi-Kundin» ist.

Auf Schnäppchentour am Betty-Bossi-Lagerverkauf

Auf Schnäppchentour am Betty-Bossi-Lagerverkauf

Die einen füllen ganze Einkaufswägen, die anderen picken ihre Lieblingsartikel auf den Kartons: Tausende Schnäppchenjäger pilgern derzeit nach Brunegg, an den einmaligen Betty-Bossi-Lagerverkauf. Wir haben gefragt, warum.

Nicht einmal die eingefleischtesten Fans scheinen also zu wissen, wer den Produkten und Rezepten den klingenden Namen gegeben hat. Bis auf eine Frau, die eine ausführliche und auch fast ganz perfekte Antwort lieferte.

Was einige ahnten, stimmt: Betty Bossi ist ein fiktiver Name. Kreiert hat diesen laut der Website der Betty Bossi AG die damals noch junge Werbetexterin Emmi Creola-Maag, die 2006 mit 93 Jahren starb.

Die erste «Betty Bossi Post» erschien am 1. April 1956 und war eine Werbekampagne für den Öl- und Speisefettproduzentin Sais/Astra. 

Das Vorbild dafür kam aus den USA, wo es bereits eine ähnliche Zeitschrift von einer gewissen «Betty Crocker» gab.