Am Abend trugen die Betroffenen ihren Ärger bei einer Kundgebung in Lausanne auf die Strasse. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich am Marsch durch die Waadtländer Hauptstadt, wie eine Korrespondentin der Agentur Keystone-SDA beobachtete.

Auf die Strasse gingen auch zahlreiche Familien. Sie protestierten gegen den Entscheid des Gemeindeverbands für die ausserschulische Kinderbetreuung - die Zahl der durch eine Fachkraft zu betreuenden Kinder soll erhöht werden.

Zum Beispiel konnte bislang ein qualifizierter Erzieher 12 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren betreuen. Ab Anfang 2019 soll die Zahl auf 15 Kinder steigen. Die Behörden strebten ursprünglich sogar ein Verhältnis von 18 Kindern pro Fachkraft vor. Dies scheiterte jedoch am Widerstand in der Konsultationsphase für das neue Reglement.

Ebenfalls Anlass zu Kritik ist, dass das neue Reglement die Anstellung von weniger gut ausgebildeten und damit schlechter bezahlten Hilfskräften vorsieht. Rund 12'000 Personen unterzeichneten im Sommer eine Petition gegen die geplanten Änderungen.

Der Gemeindeverband für die ausserschulische Kinderbetreuung argumentiert mit den Kosten, die die Kommunen immer mehr belasteten. Ausserdem müssten die Betreuungseinrichtungen Lösungen anbieten für Eltern, von denen der Arbeitsmarkt immer mehr Flexibilität und Verfügbarkeit fordere.