In der Schweiz, Deutschland und Österreich liegt die Geburtenrate derzeit bei 1,4. Das bedeutet, dass im statistischen Mittel jede Frau 1,4 Kinder zur Welt bringt. Das ist zu wenig: Um den Bestand der Bevölkerung zu decken, bräuchte es 2,1 Kinder pro Frau.

Gründe für den Rückgang gibt es laut des deutschen Professor Günter Stock, Präsident der Berlin-brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW), wo die Studie vorgestellt wurde, deren drei: Erstens die lange Berufsausbildung (im Schnitt ist die Frau bei ihrem ersten Kind 29 Jahre alt). Zweitens lässt die vorhandene Kinderbetreuung qualitativ zu wünschen übrig. Der dritte Punkt sei das Geld: «Für die meisten Menschen ist es doch so, dass sie auf ein Stück materiellen Wohlstands verzichten müssen, wenn sie Kinder haben wollen.», erklärt Stuck der deutschen «welt.de».

Dass Akademikerinnen häufiger kinderlos sind, ist ein Mythos

Interessant an der Studie ist auch, dass sie keinen zwangsläufigen Zusammenhang zwischen Bildung und Kinderzahl herstellt. Zwar bleiben Frauen mit einem hohen Bildungsabschluss häufiger kinderlos, doch es ist kein Naturgesetz, wie man in skandinavischen Ländern feststellen kann. Es muss also mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammenhängen. Stuck: «Es kann doch nicht angehen, dass alles zusammenbricht, wenn das Kind morgens um 8 Uhr hustet.» (cls)