Frau Holle hat hunderten Reisenden das Weekend ungewollt verlängert: Ein Zug von Sion nach Lausanne VD ist am Sonntagabend zwischen Aigle und Bex steckengeblieben. 400 gestrandete Passagiere mussten zuerst über fünf Stunden im eingeschneiten Zug ausharren. 

Dann befreiten SBB-Spezialisten die Reisenden mit zwei Rettungszügen. Doch weit sind die Passagiere nicht gekommen. 

Weil auch die Strassen in der Region wegen des vielen Schnees blockiert sind, können keine Ersatzbusse eingesetzt werden. «Die Betroffenen müssen die Nacht in einer Schule verbringen», erklärte ein SBB-Sprecher am späten Sonntagabend. 

Laut einem Reporter von RTS «übernachteten» dann tatsächlich 200 Leute in einer Turnhalle. Ein Bild zeigt, wie sich die Gestrandeten die Zeit in einer Turnhalle totschlagen. 

Die Passagiere würden von der Polizei und vom Katastrophenschutz betreut. Sie hätten Verpflegung erhalten. Zudem seien die Wagen beheizt worden und mit Strom versorgt gewesen. Gemäss der SBB konnte ein Teil der Passagiere mit Taxis an ihre Wohnorte gebracht werden. Andere konnten in Hotels der Region übernachten.

Die Reaktionen

Auf Twitter machten bereits humoristische Vermisstmeldungen die Runde. «Rettet unsere Nadine, sie ist ein Clown im Familienwagen des Zuges. Dafür kriegt ihr ein Glas Weissen oder Roten», so ein Twitter-User. 

Weniger lustig fand es ein SBB-Reisender, der offenbar nach Bex reisen wollte und in Martigny feststeckte. «Keine Infos, kein Bus, kein Hotel. Muss ich jetzt draussen übernachten», schreibt der Mann auf Twitter. 

Der Abschnitt zwischen Bex und Aigle ist vorderhand weiterhin gesperrt. «Sämtliche verfügbaren Fachkräfte der SBB sind im Einsatz. Wann Züge wieder durchgehend verkehren können, ist derzeit unklar», heisst es seitens der SBB. 

Laut Angaben der SBB-Webseite war die Strecke zwischen St. Maurice und Brig bis 12 Uhr am Montag nur beschränkt befahrbar. (amü/sda)

Auch auf den Strassen führte der Schnee zu Verkehrsbehinderungen. Die Unfallbilder vom Wochenende: