Die Etappe am Sonntag startete nicht sehr adlig. Die 85 Teilnehmer trafen sich ganz praktisch auf dem Parkplatz vor dem Coop in Trimbach. Wanderleiter Werner Studer erklärte die Route: Hoch auf die Froburg, weiter zum Schloss Wartenfels, und dann zurück nach Trimbach.

Es werde «nid ganz eifach», warnte Studer, und machte einige Teilnehmer ganz nervös. «Schaffe mir das», flüsterte eine Frau mit Wanderstöcken ihrer Begleiterin zu. «Eh suscht chehre mer haut de um», antwortete diese gelassen.

So schlimm wie befürchtet war der Aufstieg zur Burg nicht. Der Weg führte meistens durch den Wald, das Tempo wurde an die Hitze angepasst. Nach den Aufstieg auf rund 830 Meter über Meer gab es bei der Froburg eine Pause.

Über den Grafen von Froburg

Wanderleiter Studer nutzte die Gelegenheit, um sein Wissen über die Froburg weiterzugeben. Die Grafen von Froburg, so erzählte er, hätten die Gegend weit über Olten hinaus geprägt. Bis in die heutige Kantone Baselland, Aargau und Bern reichte ihr Einfluss. Denn neben Olten gründeten die Grafen von Froburg unter anderem auch Liestal, Wiedlisbach und Zofingen.

Die Froburg selber wurde über mehrere Jahrhunderte gebaut. Baustart war im 11. Jahrhundert. Die Grafen von Froburg verfügten im frühen 12. Jahrhundert über viel Macht. Das Familienziel war er, diese weiter auszubauen. Das klappte zu Beginn ganz gut; gleich dreimal hintereinander schafften die von Froburg es, den Basler Bischofsstuhl mit Familienangehörigen zu besetzen.

Allerdings musste sich die Familie auf allen Seiten gegen starke Gegner behaupten und tat sich schwer damit, weitere Gebiete zu erobern. Die Grafen beschlossen, sich mit Heiratsverbindungen in benachbarte Dynastien Erbansprüche zu verschaffen. Ab dem 13. Jahrhundert trennte sich das Geschlecht in zwei Zweige, in den Waldenburger- und den Zofingerstamm. Der Zofingerzweig starb 1317, der Waldenburger 1367 aus.

Aussicht von Schloss Wartenfels

Nach der Froburg ging es weiter in Richtung Schloss Wartenfels. Das Schloss war früher der Hauptsitz der Herren von Wartenfels, heute gehört es dem Kanton Solothurn.
Im Gegensatz zur Froburg ist es noch gut erhalten, und mit ein bisschen Glück ist von dort aus das ganze Alpenpanorama vom Säntis über den Titlis, Eiger bis zur Blüemlisalp zu sehen.

Dieses Glück hatte die Gruppe nicht, aber froh über eine Pause und eine Erfrischung im Schlossbistro waren alle.

Leserwandern 2018: 9. Etappe Rundwanderung Trimbach

Weitere Informationen

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Auf der kommenden 10. Etappe am Mittwoch, 1. August, laufen wir auf einem Rundweg um Biberstein AG. Diese Familienwanderung lockt mit einem Kinder-OL auf den Spuren von Perimuk. Am Schluss lockt zur Erfrischung die Bio-Badi! Alle Informationen zur Route finden Sie hier.