Die Baselbieter Energiefirma EBM ging am vergangenen Wochenende in die PR-Offensive: Sie lud die Bevölkerung auf den Meltingerberg. Dort zeigte sie ihre im September eingerichtete Windmessstation, die nun im windreichen Winterhalbjahr Daten sammeln soll.

Derzeit spricht für die EBM aber weniger der Wind, sondern vielmehr die Praktikabilität für den Standort im Bezirk Thierstein: Die Landeigentümer seien einverstanden und die Infrastruktur sei vorhanden. Das Gebiet ist jedoch nicht im Solothurner Richtplan als Standort für einen Windpark eingezeichnet. Die EBM hofft nun, dass die Regierung den Richtplan zu ihren Gunsten anpasst.

Zuständig ist der Solothurner Baudirektor Roland Fürst (CVP). Auf Anfrage nennt er mehrere Gründe, die gegen einen Windpark auf dem Meltingerberg sprechen, aber keinen einzigen, der dafür spricht. Priorität hat für ihn derzeit einer der besten Standorte des Kantons: der Grenchenberg.

Dort sei die Planung auch am weitesten fortgeschritten. Die Beschwerden liegen derzeit beim Kanton. Fürst rechnet damit, dass diese danach weitergezogen werden vor Bundesgericht. Solange unklar sei, was das Gericht zum Grenchenberg sage, sei es angezeigt, mit einer generellen Überprüfung des Wind-Richtplans zuzuwarten.

Der Richtplan hält als Grundsatz fest, dass Windräder konzentriert an möglichst wenigen Standorten gebaut werden sollten. Die EBM-Pläne in Meltingen passen nicht ins Konzept. Die drei neuen Gebiete aus dem Kanton Baselland könnten auf Solothurner Seite ergänzt werden, sagt Fürst.

Mit den bereits festgesetzten Gebieten seien nun schon mehrere Potenzialgebiete vorhanden. «Deshalb kann mit weiteren Gebieten wie dem Meltingerberg kaum mehr von einer Konzentration gesprochen werden», sagt Fürst.

Das könne die Akzeptanz der Bevölkerung beeinflussen. Hinzu komme in der Region ein Interessenskonflikt mit der Flugsicherung: Die Höhe der Windräder werde durch den Euro-Airport eingeschränkt. Ausserdem weist Fürst darauf hin, dass die Windverhältnisse im nördlichen Solothurn besser seien als auf den Hauptkreten des Juras. Deshalb stelle sich die Frage, ob die Wirtschaftlichkeit gegeben sei. Zumindest diese Frage wird die EBM in einem halben Jahr beantworten können.