Am Freitagmorgen um 06.30 Uhr ging der Alarm ein bei der Feuerwehr Olten. Ausgelöst von Passanten und Anwohnern, die aus dem Dach des östlichen Teils des Alpiq Gebäudes an der Tannwaldstrasse Rauch hervorquellen und offenes Feuer emporsteigen sahen. «Beim Eintreffen waren wir mit einen Dachstockbrand und offenem Feuer konfrontiert», bestätigt Oltens Feuerwehrkommandant Philipp Stierli die Beobachtungen.

Umstände wie die Lage des Gebäudeteils und dessen nicht einfache Zugänglichkeit hätten die Einschätzung bezüglich der möglichen Brandentwicklung erschwert, so der Kommandant weiter. Deshalb wurden, quasi präventiv, auch die Feuerwehren aus Dulliken, Starrkich-Wil und Schönenwerd aufgeboten.

Zur Sicherheit stand auch ein SBB-Löschzug in Bereitschaft, der im Bedarfsfall aus östlicher Richtung hätte angreifen können. Der Bahnverkehr an sich wurde nicht betroffen. Bekämpft wurde der Brandherd auch ab Autodrehleiter mit Standort Unterführungsstrasse.

Viele der herbeigeeilten Einsatzkräfte aber kamen nicht zum Einsatz. Das Feuer selbst war relativ rasch unter Kontrolle zu bringen, ein Überspringen auf andere Gebäudeteile konnte verhindert werden. Knapp eine Stunde nach der Alarmmeldung entspannte sich die Situation auf dem Brandplatz wieder. «Wir sind bei den Löscharbeiten sehr umsichtig vorgegangen», kommentiert Stierli das Vorgehen der Einsatzkräfte. Wässerschäden hätten so im Wesentlichen vermieden werden können.

Nichts geht mehr

Nicht zu vermeiden indessen waren die Auswirkungen auf den morgendlichen Berufsverkehr. Bedingt durch die zeitweilige Vollsperrung der Unterführungstrasse, einer Hauptverkehrsachse, quälte sich der Verkehr durch die östlich der Aare gelegenen Quartiere der Stadt. Oftmals soll dort gar kein Durchkommen mehr gewesen sein, wie Augenzeugen dieser Zeitung berichteten. Die Polizei Kanton Solothurn sprach in diesem Zusammenhang von «erheblichen Verkehrsbehinderungen».

Löscharbeiten am Postgebäude am Oltner Bahnhof

Löscharbeiten am Alpiq-Gebäude am Oltner Bahnhof

Auch der Busbetrieb Olten Gösgen Gäu (BOGG) war vom Brandfall indirekt betroffen. Einerseits fielen ganze Kurse aus, zum Zweiten hatte der BOGG in der Folge mit massiven Verspätungen zu kämpfen. «Sie betrugen nicht selten bis zu 20 Minuten», so Peter Schib auf Anfrage.

Zum ganz grossen Durcheinander seis dann in der Folge an der wichtigsten Schnittstelle des Netzes, dem Bahnhof Olten gekommen. Natürlich hätten nicht alle Passagiere Verständnis für die spezielle Situation aufgebracht, räumt Schib ein. Aber grundsätzlich sei alles ziemlich ruhig verlaufen. So kurz nach 09.30 Uhr habe der Busbetrieb wieder fahrplankonform fortgesetzt werden können.

Nur am Rande betroffen dagegen war der Betrieb auf der Hauptpost, wie die Medienstelle in Bern auf Anfrage berichtet. Wegen der verstellten Plätze durch die Einsatzkräfte sei die Poststelle zwar nicht so einfach zu erreichen gewesen, aber jederzeit zugänglich geblieben. Auch der Zustellungsservice sei vom Feuer in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht behindert worden; die Poststelle sei auch während des Brandes voll funktionsfähig geblieben, berichtet die Medienstelle.

Keine Personenschäden

Personen kamen beim Brandfall nicht zu Schaden. Lediglich vier Personen mussten aus Sicherheitsgründen ihr Büro vorübergehend verlassen. Wie die Alpiq-Medienstelle auf Anfrage sagte, sei der fragliche Gebäudeteil zum Zeitpunkt des Brandes nicht von Mitarbeitenden genutzt worden. Im Dachstock befinde sich die Haustechnik. Die Meldesysteme hätten korrekt funktioniert.

Zu den am Morgen evakuierten Personen gab Alpiq keinerlei Auskunft. Immerhin hat sich die Situation nach dem Vorfall wieder beruhigt: «Der Arbeitsbetrieb läuft ohne Einschränkungen im gesamten Alpiq Gebäude. Die Kontinuität und Sicherheit an unserem Geschäftssitz in Olten sind gewährleistet», gab die Medienstelle bekannt.

Gemäss Polizeibericht kann die Schadenssumme derzeit noch nicht beziffert werden: Auch ist die Brandursache noch nicht eruiert. Sie ist Gegenstand vor derzeit laufenden Ermittlungen.