Pünktlich auf die ersten Wintertage wurde er fertig: der neue Stützpunkt des Kreisbauamts III in Seewen. Bereits zuvor war in Seewen ein Stützpunkt stationiert, in einem alten Bauernhaus. Das war allerdings nicht mehr zeitgemäss und eine Renovation lohnte sich nicht mehr. Also wurde ein neues Gebäude notwendig.

Weil der Kanton in der Gemeinde bereits ein Stück Land besass, war schnell klar, dass sich auch der neue Stützpunkt in Seewen befinden soll. Die anderen beiden Ableger des Kreisbauamts im Dorneck-Thierstein sind in Hofstetten-Flüh und Büsserach. Im neuen Gebäude in Seewen stehen bald grosse Fahrzeuge wie Schneepflüge und viele Maschinen. Aber auch Büros, ein Trocknungs- und ein Lagerraum sind darin untergebracht. Im Aussenbereich hat es Lager für Kies, Sand und Steine, damit die Strassen auch im Winter für den Verkehr passierbar bleiben.

Langjährige Planung

Zwölf Jahre lang wurde das Projekt geplant. In dieser Zeit verhandelte der Kanton mit nicht weniger als drei verschiedenen Gemeindepräsidenten. «Das war eine Menge Arbeit», erklärte Regierungsrat und Baudirektor Roland Fürst (CVP) am Freitag vor den Medien in Seewen: «Es gab viele Gespräche zwischen dem Kanton und der Gemeinde. Jetzt haben wir aber ein Projekt umgesetzt, das optisch schön anzusehen ist und funktional ist.»

Einen Kompromiss ging der Kanton beim Salzsilo ein. Dieses wurde rechteckig statt rund gebaut und ist weniger hoch als geplant, damit die westliche Sichtachse auf das Dorf und auf den Kirchturm nicht gestört wird. «Die Ästhetik des Gebäudes spielte bei der Planung eine wichtige Rolle», so Roland Fürst. «Wir wollten, dass der neue Stützpunkt zum Ortsbild von Seewen passt.» Für die Bevölkerung im Dorf sei das wichtig gewesen. Die Seewner seien zwar nie grundsätzlich gegen den Neubau gewesen, weiss Kantonsrat und Gemeindepräsident Simon Esslinger (SP). «Aber es gab viele Diskussionen darüber, wie das Gebäude aussehen wird.»

Als nächsten Schritt gilt es, in Seewen Synergien zwischen dem neuen Stützpunkt und der Gemeinde zu finden. «Es macht keinen Sinn, dass der Kanton sich um die Entsorgung von Abfall kümmert und die Gemeinde das ein paar Meter daneben auch noch erledigt», so Gemeindepräsident Simon Esslinger.

Budget eingehalten

Für den Solothurner Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli war die Einweihung ein spezielles Ereignis. Er steht kurz vor der Pensionierung. «Das Projekt in Seewen wollte ich aber unbedingt noch beenden», freut er sich. Die Planung der Bauarbeiten war nicht einfach: Der Boden auf dem Areal ist ehemaliger Seegrund und enthält viel Lehm. Damit ist er weich und schwer zu bebauen. Schon in der Planungsphase halfen deshalb Geologen mit, die Festigkeit des Bodens zu beurteilen.

Eines freut Mäusli besonders: Das ganze Projekt blieb mit 2,7 Millionen trotz der schwierigen Umstände unter dem Budget von 2,9 Millionen Franken.