Das Oberstufenzentrum Dorneckberg in Büren war am Mittwoch stundenlang abgeriegelt. Ein ehemaliger Schüler war laut mehreren Zeugenaussagen um die Mittagszeit auf dem Pausenplatz aufgetaucht und bedrohte Anwesende.

Schulleiterin Regula Meschberger sagte zur bz, sie habe sofort die Polizei gerufen. Der Jugendliche sei zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits wieder verschwunden gewesen.

Die Schüler und Lehrkräfte hätten sich vorsichtshalber in der Turnhalle versammelt. Die Polizei durchsuchte den Schultrakt. Nach rund zweieinhalb Stunden war der Spuk vorbei. Die Polizei konnte den jungen Mann um 15 Uhr ausserhalb des Schulgeländes anhalten. Die Einsatzkräfte zogen nach 16 Uhr vom Gelände ab.

Eine «unmittelbare Gefährdung von Drittpersonen» habe nicht bestanden, teilte die Polizei Solothurn am Mittwochabend mit, ebenso sei niemand verletzt worden. Gemäss Meschberger trug der Jugendliche ein Messer und eine Pistole oder eine Pistolenattrappe auf sich.

Die Polizei Solothurn bestätigte, es habe sich um einen «Konflikt» auf dem Areal der Schule Dorneckberg gehandelt. Die Polizei wurde demnach gegen 12.30 Uhr informiert. «Grund war die Meldung, dass ein Jugendlicher Drohungen gegen einzelne Schüler ausgesprochen hat und nach ersten Erkenntnissen mit einer Waffe unterwegs gewesen sein soll.» Ob es sich um eine Pistole handelte und ob die Schusswaffe echt war, schreibt die Polizei nicht.

Der Jugendliche sei für weitere Abklärungen auf einen Polizeiposten mitgenommen worden, man habe eine Strafuntersuchung eingeleitet.

Polizei durchsuchte Gebäude

Im Einsatz standen mehrere Patrouillenfahrzeuge der Polizei Solothurn und der Baselbieter Polizei, ebenso war die Sanität des Kantonsspitals Liestal vor Ort, zudem ein Care-Team, die Schulleitung und die Gemeindebehörden. Büren grenzt an den Kanton Baselland, von Liestal aus ist der Ort in wenigen Minuten zu erreichen.

Um die Schulgebäude zu durchsuchen, wurden schwer bewaffnete Einsatzkräfte aufgeboten, sie trugen Helme und Maschinenpistolen. Laut Zeugenaussagen informierten sich die Einsatzleitung bei der Gemeindeverwaltung nach Bauplänen der Schule. Offenbar ging man davon aus, dass sich der mutmassliche Täter in den Räumlichkeiten verschanzt habe.

Laut Schulleiterin Meschberger kam es nach der Alarmierung nicht zu Panik. Die Klassen hätten sich mit ihren Lehrkräften geordnet in die Turnhalle begeben, um dort zu verharren. «Alle verhielten sich vorbildlich. Es blieb zu jeder Zeit ruhig.»

Das Schulzentrum Dorneckberg wurde 1975/76 erbaut und 1995/96 erweitert. Es wird von Kindern und Jugendlichen der Gemeinden Büren, Gempen, Hochwald, Nuglar-St. Pantaleon und Seewen besucht. Am selben Standort befindet sich auch die Primarschule Büren.