Die Fundstelle ist die einzige grossflächig untersuchte Siedlung aus dem Früh- und Hochmittelalter im Kanton Solothurn. Frühere Notgrabungen zeigten, dass dort schon in römischer Zeit und dann hauptsächlich vom 6. bis 10. Jahrhundert eine ausgedehnte Gewerbesiedlung von regionaler Bedeutung bestand, wie die Solothurner Staatskanzlei am Dienstag mitteilte.

Bei der aktuellen, durch den geplanten Bau eines Mehrfamilienhauses ausgelösten Notgrabung untersucht ein sechsköpfiges Team der Kantonsarchäologie seit Ende März bis voraussichtlich Ende Mai das rund 1200 Quadratmeter grosse Areal.

Nach dem maschinellen Abtrag der Deckschichten zeigten sich im natürlichen Kies und Lehm ebenerdige und in den Boden abgetiefte Strukturen, die nun von Hand freigelegt und dokumentiert werden. Mehrere noch genauer zu untersuchende Befunde belegen die Verarbeitung und vielleicht auch die Herstellung von Eisen. Diese Arbeiten verursachten Abfälle in Form von Schlacken.

Die Grubenhäuser in Form von kleineren Holzhütten dienten hauptsächlich als Werkstätten oder als Vorratskeller. Zeitweise wurde am Ort auch gewohnt, wie Feuerstellen sowie Pfostenlöcher von ebenerdigen Häusern zeigen. Vom Leben und Arbeiten zeugen Fragmente von Tongefässen, eine Münze sowie Tierknochen.

Den Hauptzweig der Gewerbesiedlung von Büsserach bildete die Herstellung und Verarbeitung von Eisen. Dies belegten die bereits bei den früheren Ausgrabungen entdeckten Rennöfen, Schmiedeessen sowie Abfallhalden mit enormen Mengen an Schlacken.

In der näheren Umgebung von Büsserach gibt es mehrere Bohnerz-Vorkommen, die den für das Eisengewerbe benötigten Rohstoff lieferten. Auch Wasser für das Auswaschen der Bohnerzknollen und Holz für den Betrieb der Öfen waren am Standort vorhanden.