Das Anschlagbrett in der 650-Einwohner-Gemeinde Zullwil war besser frequentiert als an anderen Tagen. Viele Zullwilerinnen und Zullwiler wollten nachschauen, wem sie es zu verdanken haben, dass ihr Dorf die kantonale Zwangsverwaltung bald hinter sich lassen kann.

Bei den Ersatzwahlen für die drei zu besetzenden Sitze im Gemeinderat reüssierten Lukas Vögtlin (CVP) mit 174, Daniela Fontana (Freie Liste) mit 126 und Christoph Krebs (FDP) mit 119 Stimmen. Christine Helfenfinger (FDP) wurde mit 43 Stimmen nicht gewählt. Das Interesse der Wahlberechtigten war hoch: 40,5 Prozent gingen an die Urne.

Damit ist die Handlungsfähigkeit des Gemeinderats von Zullwil wieder hergestellt. Im vergangenen Mai hatte der Solothurner Regierungsrat entschieden, in der Thiersteiner Ortschaft einen Sachwalter einzusetzen. Der Oltner Anwalt Michel Meier übernahm die Exekutivaufgaben des Zullwiler Gemeinderats und Gemeindepräsidenten. Nach langen Auseinandersetzungen mit dem Komitee Pro Zullwil waren der Gemeindepräsident Roger P. Hänggi (SVP) und die Gemeinderäte Silver Hänggi und Markus Kohler (beide Gemeinsame Liste) zurückgetreten. Die Verbliebenen Sandra Christ-Helfenfinger (Gemeinsame Liste) und Pascal Helfenfinger (FDP) waren eine Person zu wenig, um einen handlungsfähigen Gemeinderat zu stellen. Der neue Gemeinderat ist gewählt für den Rest der Amtsperiode 2017-2021. Sachwalter Michel Meier wird nun mit dem neuen Fünfer-Gremium zusammensitzen. «Ich möchte ihnen aufzeigen, wo die grössten Baustellen sind.» Dann werde er seinen Abschlussbericht verfassen und die Sachwalterschaft beenden.