Ach, ich bin ja so froh. Nun werden wir doch Meister. Armer FC Basel. Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei. Woher nun diese Zuversicht? Diese seit 1986 nie mehr dagewesene, unerschütterliche, ja felsenfeste Gewissheit?

Nun, in all den Jahren des Zweifels, der sportlichen Ehrlosigkeit, die endlich hinter uns liegen, sind wir jeweils in der Winterpause so etwas zwischen einem Voodoo-Priester und einem Muotathaler Wetterfrosch geworden. Aus allen möglichen Begebenheiten haben wir versucht herauszulesen, wie es unserem YB wohl in der Rückrunde ergehen könnte.

Die Höhe der Ameisenhaufen im Gantrischgebiet, die Farbe des Mäusekotes in der Vorratskammer auf der Lushütte, die Flugbahn der Raben über dem Gurten, die Knurrintervalle der Hofhunde – aus allen möglichen Naturphänomenen im Bernbiet haben wir die Meisterchancen hochgerechnet. Wir mussten uns in den Graubereich zwischen Wissenschaft und Okkultismus begeben, weil uns ja niemand konkret sagen konnte, was sein wird. Und wir brauchten doch Antworten, um unsere Hoffnungen in langen Winternächten speisen zu können.

Unser Fussballexperte, der erfolgreiche Juniorentrainer mit allen Diplomen und dem gleichen Namen wie ein berühmter zeitgenössischer Dichter, hat uns nun gerettet und uns erklärt, warum wir kurz in der Krise waren. Es ist eine so simple, so tröstliche Analyse, dass wir nun nach dem Schmücken des Weihnachtsbaumes gleich mit dem Rüsten zur Meisterfeier beginnen werden.

Was war der Grund für das kurzzeitige Nachlassen, das drei Spiele dauerte und uns eine Niederlage gegen Thun bescherte? Unser Orakel sagt: «Es war nur die Verletzung von Sékou Sanogo. Wir haben gesehen, was seine Rückkehr im Spiel in Luzern bewirkt hat. Er wird ins zum Titel führen.» Manchmal ist Fussball so einfach.

P.S. Oder müssen wir Angst haben, dass uns Basel den Sanogo noch ausspannt?