Anders als alle andern Klubs der Super League überstand der BSC Young Boys die Winterpause ohne Spielerverluste. Darüber sind wir äusserst froh in Bern, denn wir könnten nicht einfach nach Deutschland fahren, von dort ein paar unzufriedene, angejahrte Bundesliga-Kicker heimholen und den Fans dann erzählen, sie kämen als Verstärkung.

Nein, wir Berner lassen unsere Ehemaligen (Raul Bobadilla, Yoric Ravet, Yvon Mvogo) in der Bundesliga. Wir können halt nicht, wie der FCB, jeden zurücknehmen, der in der Fremde unglücklich geworden ist. Den FCB-Bossen ist es, rein menschlich gesehen, hoch anzurechnen, dass sie die verlorenen Söhne wieder einsammeln und moralisch aufpäppeln. Aber sportlich betrachtet, bringt es sicher mehr, eine Mannschaft, die funktioniert, nicht im Winter umzubauen.

Während der FC Basel sich um traurige Bundesligasöldner kümmert, hat sich unser erster Gegner nach der Winterpause, der traditionsreiche FC St. Gallen, in der Chefetage neu aufgestellt. Die beiden bestfrisierten TV-Gesichter der Schweiz, Matthias Hüppi und Alain Sutter, sollen im Osten für neuen Schwung sorgen.

Gelb-Schwarzer Wirbelsturm

Auch Lausanne, der zweite Gegner auf dem langen Weg zum gelb-schwarzen Glück, hat unzählige Mutationen zu vermelden, darunter sind sogar familiär vorbelastete Verstärkungen wie Enzo Zidane. Bis sich aber ein Jungstar wie der Bub von Zizou an den baulichen Zustand der altehrwürdigen Pontaise gewöhnt hat, dürfte die Rückrunde vorbei sein.

Dieses schlagzeilenträchtige Kommen und Gehen in vielen Super-League-Vereinen beobachten wir in Bern mit Gelassenheit. Die einzelnen Teile des YB-Meisterexpresses sollen weiterhin ineinanderpassen wie die Zahnräder einer gut revidierten Uhr. Der gelb-schwarze Wirbelsturm soll bis zum Saisonende durch die Stadien blasen.

Unverändert weitermachen

Bei den Young Boys gilt nämlich in dieser Meistersaison von ganz unten bis ganz oben das Motto:«Zäme ha, zäme bliibe!» Vorstand, Trainerstab und Spielerkader bleiben in Bern praktisch unverändert, sodass man am 2. Februar gleich wieder dort anknüpfen kann, wo man vor Weihnachten aufgehört hatte.

Die einzige Rochade gibt es bei YB auf der Torhüterposition. Allerdings ist dieser Wechsel dem Verletzungspech von Stammgoalie David von Ballmoos geschuldet. Da können wir YB-Fans von Glück reden, dass unser Lieblingsklub in der Not auf eine charismatische Figur wie Marco Wölfli zählen kann.

Der Publikumsliebling gehört noch immer zu den besten Torhütern des Landes. Marco Wölfli ist im Schweizer Fussball weltberühmt. Und was aus YB-Sicht besonders praktisch ist, man hat ihn nicht aus Deutschland reimportieren müssen. Er war immer da.