FC Aarau - FC Luzern 3:5: Alle Tore des Cup-Spiels im Brügglifeld

FC Aarau - FC Luzern 3:5: Alle Tore des Cup-Spiels im Brügglifeld

Man kann es auch mal ohne Abwehrarbeit versuchen. Sowohl der FC Aarau als auch der FC Luzern offenbaren erschreckende Defizite in der Defensive. Das ist richtig die pure Befriedigung für den Zuschauer, der nach Spektakel giert. Für die Trainer ist es eine Horror-Show.

Der Cup-Viertelfinal zwischen Aarau und Luzern ist alles andere als ein normales Spiel – es ist ein ausserordentliches Spektakel. Mit einem bitteren Ende für Aarau und dessen Captain Sandro Burki.

FC Aarau - FC Luzern 3:5: Stimmen zum Spiel

FC Aarau - FC Luzern 3:5: Stimmen zum Spiel

Interviews mit Olivier Jäckle und Marco Schällibaum zur Cup-Niederlage.

Das Protokoll dieses Wahnsinns: Bereits nach 20 Sekunden vergibt Aarau-Stürmer Josipovic eine hochkarätige Chance. In der 3. Minute profitiert Juric von einem fürchterlichen Stellungsfehler von Garat – 1:0 für Luzern. Eine Minute später erzielt Neumayr das 2:0 – Torhüter Bucchi und erneut Garat spielen Slapstick.

In der 10. Minute trifft Ciarrocchi nur den Pfosten. In der 25. Minute verliert auch noch Schiedsrichter Jaccottet den Durchblick. Aarau lanciert einen Konter über Wüthrich und Tréand. Burki ist das letzte Glied in der Kette, wird unmittelbar nach dem Abschluss von Costa rot- und penaltyreif gefoult. Doch Jaccottet verhängt weder die eine noch die andere Strafe. Der Aarauer Captain muss mit einer Knöchelverletzung ins Spital.

«Wegschauen, wenn Sie einen empfindlichen Magen haben»: Das Foul von Ricardo Costa an Sandro Burki.

«Wegschauen, wenn Sie einen empfindlichen Magen haben»: Das Foul von Ricardo Costa an Sandro Burki.

Die Aarauer kaschieren den Schock. Nur drei Minuten nach Costas brutalem Foul trifft Josipovic nach Vorarbeit von Ciarrocchi zum 1:2. Die Hoffnung ist zurück. Und schwindet gleicht wieder. Christian Schneuwly (36.) erhöht auf 3:1. Torhüter Bucchi, zuletzt am 26. November die Nummer 1 bei Aarau, macht wieder keine glückliche Figur. Zwei Minuten später: Ciarrocchi auf Josipovic – Lattenunterkante. Eine Minute später: Rüppel Costa köpfelt an den Pfosten. Zwei Minuten später: Tréand schiesst, Luzerns nominelle Nummer 2 Omlin lässt abprallen – Ciarrocchi staubt kurz vor der Pause zum 2:3 ab.

Der falsche Torhüter?

Im James-Dean-Klassiker «... denn sie wissen nicht was sie tun» reisst die Pannenserie nicht ab. So auch im Cup-Viertelfinal auf dem Brügglifeld. 51. Minute: Tréand setzt sich nach einer Nganga-Flanke im Luftduell gegen Christian Schneuwly durch – 3:3.

3:3! Die FC-Aarau-Fans jubeln nach Tréands Ausgleich in der 51. Minute.

3:3! Die FC-Aarau-Fans jubeln nach Tréands Ausgleich in der 51. Minute.

Luzern drückt nochmals auf Gaspedal. Nur drei Minuten später: Garat hebt das Offside auf und lässt in seinem Rücken Juric unbewacht – 4:3 für Luzern. 76. Minute: Lustenberger bedient Marco Schneuwly – 5:3.

Logisch: Schliesslich hat der ältere der Schneuwlys eine spezielle Aarau-Affinität. In zuvor sechs Spielen mit Luzern gegen Aarau hat Marco Schneuwly sieben Treffer erzielt.
Natürlich kann Aarau mit dem Schiedsrichter hadern. Denn Jaccottet hätte Costa für dessen hässliches Foul gegen Burki zwingend die rote Karte zeigen müssen. Doch das Cup-Aus mit diesem Fehler zu begründen, ist, wie wenn James Dean allias Jim Stark seine Gesetzesverstösse damit begründet, dass seine Eltern ständig streiten.

Der Wahnsinn vom Brügglifeld entbehrt nicht einer gewissen Logik. Das beginnt bei der Wahl des Torhüters. Sowohl Aarau als auch Luzern setzen auf den Ersatzmann, was schwer verständlich ist. Insbesondere aus Aarauer Optik. Schliesslich erklären sie selbst die Partie zum Spiel des Jahres. Ausserdem ist der Cup die letzte Chance, der Langeweile des Ligaalltags, wo es für den FCA in 14 Spielen nur noch um die «goldene Ananas» geht, zu entfliehen.
Torhüter Bucchi trägt nicht die alleinige Verantwortung für das Cup-Out.

Aber wenn die Defensive durch die Verletzungen von Besle und Thaler und den nicht fitten Garat schon empfindlich geschwächt ist, wirkt die Nomination eines Torhüters mit ramponiertem Selbstvertrauen und fehlender Spielpraxis nicht wirklich sinnvoll.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Patrick Haller: